Tech-Bilanz beleuchten KI-Boom
KI treibt die Börsen
An den Aktienmärkten setzte sich gestern die Überzeugung durch, dass kräftige Gewinne die hohen Zinsen zumindest vorübergehend überlagern können. Die veröffentlichten Tech-Bilanzen zeigen, dass der KI-Boom die Unternehmen unterschiedlich erreicht. Lam Research profitiert von der Nachfrage nach Anlagen für die Chipfertigung und erzielte einen Rekordumsatz. Texas Instruments wuchs sowohl mit Rechenzentren als auch im Industrie und Automobilgeschäft, womit das Wachstum nicht allein auf KI zurückzuführen ist. Bei Unternehmenssoftware sprechen SAPs steigender Cloud-Auftragsbestand und höhere Softwareerlöse von IBM für anhaltende Investitionen der Kunden. Wie viel KI bei alledem eigenständig zum Ergebnis beiträgt, bleibt allerdings noch offen. Diese Frage stellt sich auch bei Meta, das trotz kräftigen Umsatzwachstums weiterhin hohe Investitionen plant. Tesla meldete bei nahezu unverändertem Umsatz einen deutlichen Gewinnrückgang und investiert zugleich in KI und autonomes Fahren. Der DAX legte gestern 1,4 % auf rund 25.645 Punkte zu. Der S&P 500 stieg um 0,6 % auf 7.757 Punkte, während der stärker technologiegeprägte Nasdaq Composite ein Plus von 1,1 % verzeichnete. Neben dem EWU-Verbrauchervertrauen und dem Indikator der Frühindikatoren (USA) wird auch am heutigen Donnerstag die Earnings Season weiter an Fahrt aufnehmen. Es werden unter anderem Dow, Honeywell, Lockheed Martin, Nasdaq, Procter & Gamble, Sartorius, Roche, Nokia, Nestlé, Spotify sowie Barclays Einblicke in ihre Bücher gewähren.
Deutschland auf dem Wachstumspfad
Die Konjunkturaussichten in Deutschland haben sich nach Einschätzung des gewerkschaftsnahen IMK zum Jahresende deutlich verbessert. Sein Konjunkturbarometer beziffert die Rezessionswahrscheinlichkeit für Oktober bis Dezember auf 16,5 %. Anfang September hatte der Wert für die folgenden drei Monate noch bei rund 26 % gelegen. Der Indikator bleibt damit im gelb-grünen Bereich und signalisiert moderates Wachstum. Die Stabilisierung gilt angesichts kriegsbedingter Energiepreisschocks, US-Zöllen und hoher wirtschaftspolitischer Unsicherheit als bemerkenswert. Für eine anhaltende Erholung braucht die Wirtschaft nach Ansicht des IMK jedoch weitere Impulse. Zusätzliche Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen bereits die Nachfrage. Auch die europäischen Ansätze für eine wirksamere Industriepolitik gehen dem Institut zufolge in die richtige Richtung, kommen aber zu zögerlich voran. Das IMK erwartet für das laufende Jahr 1,3 % BIP-Wachstum und für 2027 1,4 %. Zur angehobenen Prognose trugen neben erhöhten staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur auch überraschend starke Exporte im ersten Halbjahr bei. Nichtsdestotrotz dürfte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal stagniert haben, wie der jüngste Monatsbericht der Deutschen Bundesbank zeigt. Zuvorderst war das Niedrigwasser des Rheins ein Belastungsfaktor. Zusätzlich dürften die hohen Energiepreise auf die Kaufkraft der privaten Haushalte gedrückt haben.
Schulden werfen lange Schatten
Die Renditen von Staatsanleihen sind in diesem Jahr weltweit gestiegen. Höhere Energiepreise treiben die Inflation und veranlassen viele Zentralbanken zu Zinserhöhungen. Zugleich wächst in den Industrieländern die Sorge über steigende Staatsschulden. Besonders stark verteuerten sich die Kredite für Frankreich. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen überschritt am Mittwoch erstmals seit 24 Jahren die Marke von fünf Prozent und erreichte in der Spitze 5,02 %. Der Renditeabstand zu zehnjährigen Bundesanleihen lag bei rund 160 Basispunkten und damit auf dem Niveau von Ende 2011. Anleger zweifeln zunehmend daran, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ihre angespannten Staatsfinanzen rasch sanieren kann. Die politische Lage verstärkt gleichzeitig den Verkaufsdruck. Derweil versucht eine geschwächte Regierung, einen Haushalt zur Senkung des hohen Defizits durch das Parlament zu bringen. Landesweite Proteste und die Unsicherheit vor einer umkämpften Wahl im kommenden Jahr belasten den französischen Anleihemarkt zusätzlich.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |