Geopolitik stützt Marktstimmung


Heute früh um 8:59 Uhr Mitteleuropäischer Zeit war es so weit: Der achtmilliardste Erdenbürger hat irgendwo auf der Welt das Licht der selbigen erblickt. Elf Jahre hat es für die letzte Milliarde Bevölkerungszuwachs gedauert. Der Bevölkerungsanstieg wird sich den Prognosen der Vereinten Nationen zufolge abflachen und um 2080 herum bei etwa 10,4 Milliarden Menschen auslaufen. Die Anleger schauen aber weniger ins Jahr 2080 als vielmehr ins Jahr 2023 – und es hat den Anschein, als könnten Sie an zwei der zahlreichen Risiken für das kommende Jahr eine geringere Eintrittswahrscheinlichkeit heften: an die Beziehungen zwischen den USA und China einerseits und an die überbordende Stärke des US Dollar andererseits. Passend dazu kratzt der DAX aktuell an der Grenze zum Bullenmarkt.

Erdenmensch Nummer 8.000.000.000, nennen wir ihn „Ok“, hat soeben das Licht der Welt erblickt – wir sagen Herzlichen Glückwunsch. Passend zu diesem Ereignis ringen dieser Tage die Staats- und Regierungschefs der zwanzig führenden Wirtschaftsnationen im indonesischen Bali darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass dieser Mensch ein würdiges Leben führen kann. Nachdem die Erwartungen an dieses G20-Treffen im Vorfeld gedämpft worden waren, klingen die bislang berichteten Ergebnisse doch einigermaßen vielversprechend: Unterhändler hätten sich wider Erwarten auf den Wortlaut einer gemeinsamen Abschlusserklärung geeinigt, und die Präsidenten Chinas und der USA haben sich mit Handschlag begrüßt und die Wideraufnahme eines intensiveren Dialogs vereinbart. Das Thermometer der zwischenstaatlichen Beziehungen scheint damit ein paar Grad angestiegen zu sein. Für die Anleger ist dies eine positive Nachricht, stehen die abgekühlten transpazifischen Beziehungen doch auf nahezu jeder Liste der (geopolitischen) Risiken für das kommende Jahr.

Ein weiteres Risiko für 2023 scheint sich ebenfalls deutlich abgeschwächt zu haben: die Stärke des US Dollar, die für nahezu alle anderen Staaten zu einer ernsthaften Belastung zu werden drohte. Seit sich für die Fed ein langsameres Zinsanhebungstempo abzeichnet, hat der Greenback auf breiter Front nachgegeben. Seinen Höchststand hatte der (handelsgewichtete) Dollar Ende September. Seither hat sich die US-Währung um 7% verbilligt, alleine in den vergangenen anderthalb Wochen beträgt das Minus knapp 6%. Verschiedene Fed-Vertreter unterstützen mit ihren Aussagen die Einschätzung, die Fed würde auf ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember den Leitzins wohl nicht ein weiteres Mal um 75 Bp, sondern lediglich um 50 Bp auf dann 4,50% anheben. Die Spitze des Zinsanhebungszyklus wird ausweislich der Geldmarkt-Forwards weiterhin knapp oberhalb von 5,00% gesehen.

Auch aus dem Hause der EZB gab es gestern etwas zurückhaltendere Einschätzungen zum weiteren Leitzinsausblick. Fabio Panetta, gemeinhin im Lager der geldpolitischen Tauben verortet, warnte eindrücklich vor der Gefahr einer Überreaktion der Zentralbank auf die Inflationsentwicklungen. Ratsmitglied Villeroy de Galhau stellte eine Unterbrechung im Zinsanhebungszyklus in Aussicht, sobald die Kerninflationsrate ihren Umkehrpunkt erreicht habe. Diese Rate ist in den vergangenen zwölf Monaten von 2,0% auf 5,0% angestiegen. Die nächsten Preisdaten werden am 30.11. veröffentlicht.

Im Umfeld dieser doch recht konstruktiven Nachrichtenlage behalten die Märkte ihren positiven Grundton bei. Der DAX beispielsweise kratzt aktuell an der Schwelle zum Bullenmarkt. Seit seinem Tief Ende September hat er sich um rund 20 Prozent erholt. Betrachten wir nur die Tagesschlusskurse, fehlen dafür noch ein paar Indexpunkte, schließen wir hingegen die Kursbewegungen im Tagesverlauf mit ein, hat das Börsenbarometer die 20-Prozent-Marke bereits überschritten. Für heute zeichnen sich sowohl für die deutschen als auch für die europäischen und die amerikanischen Aktienmärkte weitere Kursgewinne ab. Das Umfeld recht stabiler Staatsanleihemärkte unterstützt die Aktienmarkterholung. Für den Moment scheint die Phase täglich zweistelliger Renditeausschläge vorbei zu sein. Der Tag ist mit Zentralbankreden, der ZEW-Umfrage und Daten zu den amerikanischen Produzentenpreisen gespickt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die weltpolitische Lage das Stimmungsbild beherrscht – und die Märkte am ersten Lebenstag von „Ok“ ein freundliches Gesicht zeigen…

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