Bundesrat stimmt über 9-Euro-Ticket ab


Eine Reduzierung der Hypothekenkreditzinsen chinesischer Banken stützt heute früh die Marktstimmung rund um den Globus. Die vergangenen Wochen haben uns aber gelehrt, dass die Halbwertszeit einer Stimmungserholung infolge chinesischer Stimulusmaßnahmen eher kurz ist. Insgesamt bleibt das Marktbild nervös und angeschlagen. Die Fed will, um den Inflationsdruck zu mildern, die Nachfrage dämpfen, die Anleger wiederum sehen eher die Konjunkturrisiken dieser Politik. Auf der Tagesagenda ganz oben steht die Bundesratsdebatte über das 9-Euro-Ticket.

Die Inflationsraten sind hoch. Zu hoch. Die amerikanische Zentralbank versucht dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie mit einer strafferen geldpolitischen Ausrichtung auf eine Verschärfung der Finanzbedingungen, auf eine Abkühlung des Immobilien- und des Arbeitsmarktes und allgemein auf eine Dämpfung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage hinwirkt. Diese Politik hat naturgemäß Auswirkungen auf die Ertragsaussichten der Unternehmen, was die Anleger dazu veranlasst, ihre Aktienengagements vorsichtiger zu bewerten.

Möglicherweise sehen wir erste Erfolge der Fed-Politik. Am Arbeitsmarkt setzte sich der leichte Aufwärtstrend bei den Neuanträgen auf Arbeitslosengeld in der vergangenen Woche fort, wenngleich das Niveau von zuletzt 218 Tausend Anträgen immer noch sehr niedrig ist. Am Immobilienmarkt gingen die Baubeginne in drei der letzten vier Monate zurück, die Baugenehmigungen verbuchten im April einen Rückgang um mehr als 3%, und die Verkäufe neuer und bestehender Häuser knickten in den vergangenen drei Monaten um 13-14% ein. Der Aktivitätsindex für den Immobilienmarkt (NAHB) verzeichnete im April einen seiner stärksten Rückgänge der letzten 20 Jahre (wenn wir die Phase des Corona-Ausbruchs im Frühjahr 2020 außer Acht lassen). Die Stimmung unter den amerikanischen Konsumenten ist zwar eingetrübt, ihre Konsumlust jedoch weiterhin groß, wie die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im März und April gezeigt haben. Die hohen Inflationsraten scheinen bislang eher zu Verschiebungen im Konsum-Mix als zu einer allgemeinen Verringerung der Nachfrage geführt zu haben.

Irgendwann wird der Moment kommen, an dem die Fed die Inflations- und Konjunkturaussichten so einschätzt, dass sie ihren geldpolitischen Straffungszyklus entsprechend anpasst. Dies könnte (Konjunktiv) der Moment sein, an welchem die Marktstimmung ihren Tiefpunkt hinter sich lässt. Vielleicht kann man an dieser Stelle auch ein altes Wortspiel bemühen: Derzeit entsprechen die Marktbewegungen dem Prinzip „bad news are bad news“. Wenn der Zeitpunkt kommt, an dem schlechte Nachrichten die Anleger dazu veranlassen, eine moderatere Gangart der Fed zu erwarten, dann haben wir möglicherweise die Phase erreicht, wo wir sagen, „bad news are good news“.

Eine positive Interpretation erfährt heute früh die Meldung aus China, wo die Geschäftsbanken den maßgeblichen 5-Jahres-Kreditzins um 15 Basispunkte von 4,60% auf 4,45% reduziert haben. Dieser Schritt soll vor allem zu einer Stabilisierung der Nachfrage am Immobilienmarkt beitragen. Die amerikanischen Aktien-Futures drehten daraufhin ins Plus, und die europäischen Märkte starten mit Gewinnen von deutlich mehr als einem halben Prozent in den Tag. Am Rentenmarkt sehen wir derweil eine Fortsetzung des Musters der vergangenen Tage, wonach die Renditen täglich zwar recht stark schwanken, insgesamt jedoch lediglich ein Seitwärtstrend dabei herauskommt. Dieses Muster scheint unsere Vermutung zu bestätigen, wonach die Anleger derzeit keinen Anreiz haben, ihre ambitionierten Erwartungen zu den geldpolitischen Straffungszyklen der Fed und der EZB noch weiter zu anzuheben.

Auf der Tagesagenda stehen heute Daten zur Verbraucherstimmung in UK und in der Eurozone. Die UK-Zahlen zeigten in der vergangenen Nacht die schlechteste Stimmungslage seit Beginn der Umfrage im Jahre 1974. Die Stimmung unter den Verbrauchern in der Eurozone dürfte sich auf niedrigem Niveau wenigstens stabilisieren. Sollte der Bundesrat heute für das 9-Euro-Ticket und eine vorübergehende Senkung der Spritsteuern um bis zu knapp 30 Cent stimmen, könnte dies zumindest vorübergehend ein Lächeln in das Gesicht der Konsumenten zaubern…

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