Infineon – Anleger ignorieren Quartalszahlen und Prognoseerhöhung!


Es ist ein Einstand nach Maß für Jochen Hanebeck. Gerade einmal einen Monat ist er als Chef des Halbleiterherstellers Infineon im Amt und erhöht bereits die Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22. Es ist bereits die zweite Prognoseerhöhung im laufenden Geschäftsjahr. Anlass dazu gaben die Daten zum zweiten Geschäftsquartal. Dabei legte der Umsatz rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu und der Gewinn hat sich gar mehr als verdoppelt. Die Knappheit in dem Bereich treibt die Preise. „In einem anspruchsvoller werdenden Umfeld läuft unser Geschäft weiterhin gut“, sagte Hanebeck bei der Vorlage der Zahlen. Am Aktienkurs ist diese Entwicklung hingegen nicht abzulesen. Im Gegenteil. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund ein Drittel des Wertes.

Infineon zählt zu den größten Anbietern von Halbleitern für den Automobilsektor. Rund 44 Prozent steuerte dieser Bereich im zweiten Geschäftsquartal zum Gesamtumsatz bei. Mit dem zunehmenden Fokus der Automobilhersteller auf die Entwicklung und Produktion von E-Fahrzeugen, Autonomes Fahren und Assistenzsysteme steigt die Nachfrage nach Halbleitern aus diesem Sektor kräftig an. Kürzlich konnte Infineon zwei chinesische OEMs als Neukunden gewinnen. Die anhaltende Halbleiterknappheit führt jedoch dazu, dass Autobauer ihre Produktionen in den zurückliegenden Monaten bremsen mussten. Die Halbleiterindustrie hat reagiert. Im Sommer 2021 startete Infineon im neuen Werk in Villach die Produktion von Halbleitern insbesondere für den Automobilsektor. Das Werk in Dresden wird aktuell erweitert und im Februar diesen Jahres gab Infineon grünes Licht, das Werk in Kulim, Malaysier, für über zwei Milliarden Euro auszubauen.

Druck von mehreren Seiten

Dennoch mussten in zurückliegenden Monaten Technologiewerte teilweise kräftig Federn lassen. Die Infineon-Aktie verlor seit Jahresbeginn rund ein Drittel ihres Wertes. Katalysatoren sind die Zinswende in den USA und der Ukraine-Konflikt. Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten für neue Projekte und Kapazitätserweiterungen. Gleichzeitig senken sie den Wert künftiger Erträge. Zykliker wie Halbleiterhersteller stehen somit aktuell bei den Investoren nicht hoch im Kurs. Daraüberhinaus bezieht Infineon aus der Ukraine Rohstoffe wie Neon. Die Produktion in der Ukraine wurde allerdings gestoppt.

Damit nicht genug. Die Lieferschwierigkeiten kommen bei den Autobauern zudem nicht gut an. Die Experten des Analystenhauses Gartner erwarten daher, dass bis 2025 rund die Hälfte der weltweit größten Autobauer beginnen werden, eigene Chips zu entwickeln und diese Abhängigkeit von Zulieferern zu reduzieren. Stellantis, Tesla und VW haben bereits entsprechende Pläne angekündigt. Inwieweit Infineon Kunden oder Geschäftsbereiche verliert bleibt zunächst abzuwarten. Die große Abhängigkeit von einem Sektor ist dem Management und den Invstoren längst ein Dorn im Auge. Mit der Übernahme von Cypress Semiconductor für rund neun Milliarden Euro im Jahr 2020 wurde die hohe Abhängigkeit vom Automobilsektor bereits deutlich reduziert. Cypress ist in Wachstumssegmenten wie Industriedigitalisierung, Internet of Things stark engagiert und ergänzt Infineons Produktportfolio im Energiesektor und Sensorbereich. Diesen Trend wird Hanebeck möglicherweise fortsetzen.

Ein großer Teil der Analysten ist nach Angaben von Thomson Reuters für die Aktie mittelfristig positiv gestimmt und verweist auf die starke Marktposition und den hohen Auftragsbestand. Wie der heutige Kursabschlag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen zeigte, bleibt die Lage dennoch labil. Weitere Turbulenzen sind also nicht ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund könnten beispielsweise Bonus-Cap-Zertifikate oder eine Aktienanleihe Protect interessante Alternativen zum Direkteinstieg sein.

Charttechnischer Ausblick: Infineon Technologies

Widerstandsmarken: 28,60/30,00/32,60 EUR

Unterstützungsmarken: 23,50/25,80/26,30 EUR

Die Aktie von Infineon bildet seit Mitte Dezember 2021 einen Abwärtstrend. Nach einer Erholung im März brach das Papier im April erneut deutlich ein und sucht aktuell zwischen EUR 25,80 und EUR 26,30 einen Boden. Der Trend deutet nach Süden. Sackt die Aktie unter EUR 25,80 droht eine Fortsetzung des Abwärtstrends bis  EUR 23,50. Solange die Unterstützungszone allerdings hält, besteht die Chance auf eine Erholung bis EUR 28,60/30,00. In dieser Region stößt der DAX-Wert allerdings auf einen starken Widerstand, der möglicherweise nicht im ersten Anlauf überwunden werden dürfte.

Infineon Technologies in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 19.10.2020 – 09.05.2022. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

Infineon Technologies in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

Betrachtungszeitraum: 10.05.2017 – 09.05.2022. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: onemarkets.tradingdesk.de

Investmentmöglichkeiten

Bonus-Cap-Zertifikate auf die Aktie von Infineon Technologies für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts oder moderat aufwärts bewegt

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Barriere in EUR Cap (obere Kursgrenze) in EUR Finaler Bewertungstag
Infineon Technologies HB58HF 27,69 22,00 32,50 16.09.2022
Infineon Technologies HB58HS 38,25 22,00 57,50 16.12.2022
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 09.05.2022; 11:40 Uhr

Investmentmöglichkeiten

Aktienanleihe Protect auf die Aktie von Infineon Technologies

Basiswert WKN Emissionspreis  Zinssatz Barriere Finaler Bewertungstag
Infineon Technologies HVB6PJ* 100 %** 8,75 % p.a. 75 %** 31.05.2023
*In Zeichnung bis 02.06.2021 (vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung); **des Referenzpreises am Anfänglichen Beobachtungstag; Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 09.05.2022; 11:35 Uhr

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Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

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Funktionsweisen der HVB Produkte

Der Beitrag Infineon – Anleger ignorieren Quartalszahlen und Prognoseerhöhung! erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

Autor: Richard Pfadenhauer

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