Nvidia-Zahlen im Fokus


Zeichen stehen auf Aufschwung


Das Statistische Bundesamt veröffentlichte gestern in seiner zweiten Schätzung das BIP-Wachstum für das 2. Quartal. Von April bis Juni legte das deutsche BIP um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Eine erste Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben. Getragen wurde die Entwicklung abermals vom Außenhandel: Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen um 2,0 Prozent. Im Inland blieb die Dynamik dagegen schwach. Die Investitionen in Ausrüstungen, also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, gingen um 1,4 Prozent zurück. Bauinvestitionen sowie private und staatliche Konsumausgaben nahmen jeweils nur gering-fügig zu. Trotz hoher Ölpreise infolge des Iran-Kriegs deuten mehrere Konjunkturdaten auf eine stabilere Industriekonjunktur hin, so auch der gestern publizierte ifo-Geschäftsklimaindex, der im August auf 88,8 Punkte stieg nach revidiert 86,7 Zählern im Juli. Die Firmen blicken optimistischer auf ihre Lage als zuletzt und bewerten auch ihre Geschäftsaussichten besser. Im dritten Quartal dürfte die Expansion der deutschen Wirtschaft angesichts des Rekord-Niedrigwassers am Rhein, das Transporte verteuert und wichtige Lieferwege beeinträchtigt, etwas gedämpft werden.

Hohe Staatsschulden in Deutschland


Das Finanzierungsdefizit des deutschen Staates hat sich im ersten Halbjahr nahezu verdoppelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts überstiegen die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung die Einnahmen um 71,3 Milliarden Euro - 36,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. 2025 wurde mit 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die im EU-Stabilitätspakt verankerte Defizitgrenze von drei Prozent erstmals seit dem Corona-Jahr 2021 wieder überschritten. Die Entwicklung trifft auf ein deutlich angespannteres Zinsumfeld. In den letzten Wochen stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf rund 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Höhere Renditen verteuern neue Schulden und engen den Spielraum für Investitionen und Sozialausgaben ein. Bereits im ersten Halbjahr kletterten die Zinsausgaben um 11,6 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro. Ökonomen warnen vor wachsendem Konsolidierungsdruck. Ohne stärkeres Wachstum oder glaubwürdige Sparanstrengungen drohe Deutschland perspektivisch sogar der Verlust seines Top-Ratings.

Aktien erholen sich bei wieder fallenden Renditen

Die Aktienmärkte tendierten freundlich, gestützt von fallenden Ölpreisen, sinkenden Anleiherenditen und einer Stabilisierung im Technologiesektor. Der DAX schloss 0,61 Prozent höher bei 26.266 Punkten, der S&P 500 gewann 0,3 Prozent auf 7.677 Punkte. Der Nikkei 225 legte im frühen Handel um 0,6 Prozent zu, auch Hang Seng und Shanghai Composite notierten fester.

Nvidia-Zahlen sind marktrelevant

Heute stehen vor allem US-Konjunkturdaten im Mittelpunkt. Veröffentlicht werden die persönlichen Einkommen und Ausgaben für Juli einschließlich des PCE-Preisindex, der für die Fed-Zinspolitik eine zentrale Rolle spielt. Zeitgleich steht der Vorabbericht zu den Auftrags-eingängen langlebiger Güter für Juli an. Am Abend rücken Nvidias Quartalszahlen in den Blick. Zwar gilt der KI-Investitionszyklus weiter als intakt, doch angesichts höherer Finanzierungskosten rücken Kapitaldisziplin, Margen und der Ausblick stärker in den Fokus. Besonders genau dürften Anleger auf die Entwicklung im Rechenzentrumsgeschäft achten.



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