Die deutsche Industrie berappelt sich allmählich


Neue Handelswoche: Erzeugerpreise pfui, ...


Die neue Handelswoche begann gestern mit einigen Hinguckern, was den makroökonomischen Datenkranz betraf. So zogen die Erzeugerpreise im Euroraum per Mai ein weiteres Mal deutlich an. Im Februar waren diese, in einer Betrachtung Jahr über Jahr, noch um 3 % gesunken. Im Zuge des Iran-Kriegs änderte sich das Bild dann völlig. Der jüngste Wert sah nun fast eine sechs vor dem Komma: 5,9 %, zwei Zehntel höher, als dies im Vorfeld ein ohnedies bereits sehr skeptischer Konsens befragter Expertinnen und Experten erwartet hatte. Im Mai drehten die Energie- und andere Rohstoffpreise nach unten. So notiert der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent nunmehr wieder bei 72 US-Dollar, gut und gerne 50 US-Dollar niedriger als zur Spitze Ende April. Der Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen ist zuletzt abgeflaut.

  • ... Auftragseingänge hui

Eine weitere viel beachtete Zahl gestern: Nach Angaben von Destatis stiegen im Mai die Neuaufträge für das Verarbeitende Gewerbe, und zwar im Monatsvergleich um 1,9 %. Hinzu kam: Der Wert für April wurde von 3,8 % auf 3,2 % nach oben revidiert. Die schwankungsanfälligen Großaufträge mal außer Acht gelassen, scheint sich in den zurückliegenden Monaten ein gewisser Aufwärtstrend etabliert zu haben. Der Auftragsbestand der Industrie ist am aktuellen Rand besser, als dies anhand der Stimmungsindikatoren à la ifo zu vermuten wäre. Dieser Bestand reicht aus, um Arbeit für fast neun Monate zu sichern.

Finanzmärkte wie so oft mit Eigenleben

Die Aktienmärkte quittierten die Makrozahlen zu Wochenbeginn mit Wohlwollen, wenngleich ohne Überschwang. Der DAX schaffte es zum Handelsausklang wieder ins Plus und schloss oberhalb der Marke von 25.800 Punkten. Ähnlich beim S&P 500; dieser hielt sich oberhalb von 7.500 Zählern. In Asien hingegen regierten anschließend eher die roten Zahlen, angestoßen primär durch Verkäufe im Tech-Sektor. Wie es heute weitergeht? Am frühen Morgen kommt, dem Veröffentlichungsturnus folgend, die deutsche Industrieproduktion für Mai. Hui oder Pfui: Warten wir's ab!


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