Neue Eskalationsrisiken im Iran-Konflikt


Iran-Kriegsrisiken heben Ölpreise an


Die Ölpreise legten zuletzt kräftig zu, getrieben von wachsenden Sorgen über eine mögliche militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Am Mittwoch und Donnerstag verteuerte sich der Preis für ein Barrel Brent um mehr als 4 US-Dollar auf über 71 USD. Die zuvor bestehenden Hoffnungen auf ein baldiges US-iranisches Abkommen wichen einem deutlich erhöhten Risiko militärischer Auseinandersetzungen. Das Weiße Haus sprach zwar von "gewissen Fortschritten" bei den Gesprächen in Genf - dies reichte jedoch nicht aus, um die Lage an den Ölmärkten zu entspannen. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, Washington prüfe, ob der diplomatische Kurs gegenüber Teheran fortgesetzt oder durch andere Optionen ersetzt werden solle. Inzwischen haben die USA einen Flugzeugträgerverband im Persischen Golf stationiert, ein zweiter wird derzeit im Eiltempo aus der Karibik verlegt und befindet sich nun kurz vor Gibraltar. Zudem wurden Tankflugzeuge und Patriot Batterien in die Region gebracht, und auch Israel hat sich auf mögliche Gegenschläge vorbereitet. Zusätzliche Brisanz erhält die Situation dadurch, dass offenbar auch chinesische und russische Schiffe vor Ort sind und zusammen mit der iranischen Marine überraschend Manöver rund um die Straße von Hormus angesetzt wurden. Trump erhöhte gestern den Druck auf den Iran und nannte an Bord der Air Force One eine Frist von 10 bis 15 Tagen für eine Einigung. Sollte in diesem Zeitraum keine Lösung erzielt werden, würden "schlimme Dinge" passieren, hatte er bereits zuvor bei der ersten Sitzung des von ihm gegründeten "Friedensrates" angedroht.

Aktienkurse tendieren schwächer

Die Kriegsvorbereitungen rund um den Iran drückten ebenfalls auf die Stimmung an den Aktienmärkten. Im frühen asiatischen Handel gab der Nikkei um knapp 1 % nach, der S&P 500 verlor 0,3 %. Zudem waren die Marktteilnehmer weiterhin mit den Nachwirkungen des Fed-Protokolls beschäftigt. Darin betonten die US-Notenbanker die Risiken einer anhaltend zu hohen Inflation, was als "falkenhaft" gilt und Zinssenkungen weniger wahrscheinlich erscheinen lässt. Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses brachten sogar - wenn auch sehr vage - die Möglichkeit weiterer Zinsanhebungen ins Spiel. Die Musik spielt angesichts der laufenden Berichtssaison ohnehin vor allem auf der Ebene der Einzeltitel. Hierzulande stand gestern der Flugzeugbauer Airbus im Fokus, dessen Zahlenvorlage aufgrund eines schwachen Ausblicks negativ aufgenommen wurde. Analysten hatten mit mehr Flugzeugauslieferungen gerechnet, als von Airbus in Aussicht gestellt wurden. Die Aktie verlor rund 6 % und war Schlusslicht im DAX. An der Wall Street legte die Aktie des Agrartechnikkonzerns Deere nach überzeugenden Quartalszahlen um mehr als 11 % zu. Dagegen rückten Finanzierungsrisiken stärker in den Vordergrund: Die Aktien von Private-Equity-Gesellschaften gaben nach (u. a. Blackstone -6 %), nachdem Blue Owl Capital, die stark in der Finanzierung von Projekten im Tech-Sektor sind, die Rücknahmen aus einem seiner Private-Credit-Fonds eingeschränkt hatte.

Heute noch auf der Agenda


Heute früh werden die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Euroraum erwartet. Am Nachmittag um 14:30 Uhr wird die erste Schätzung für das US-BIP im vierten Quartal veröffentlicht, zeitgleich das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, die PCE Kernrate.


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