Fed-Zinssenkung im Dezember auf der Kippe


Arbeitsmarkt spricht für Zinssenkung


Deutschland, lange Schlusslicht in Sachen Wirtschaftswachstum, könnte 2026 beim Wachstum zu den übrigen Staaten des Euroraums aufschließen. Laut Herbstprognose der EU-Kommission wird das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 % zulegen - so viel wie im Euroraum insgesamt. Treiber ist das umfangreiche Fiskalpaket der Bundesregierung. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis sieht darin nach Jahren der Bremse wieder "positive Auswirkungen" auf den europäischen Ausblick. Für 2025 rechnet Brüssel für Deutschland mit einem kleinen Plus von 0,2 % (zuvor war eine Stagnation erwartet worden), der Euroraum soll um 1,3 % wachsen statt der im Frühjahr veranschlagten 0,9 %. Das EU-Abkommen mit den USA über die wechselseitigen Importzölle habe Unsicherheiten gemindert. Im Jahr 2027 wird dem Euroraum ein Zuwachs von 1,4 % und Deutschland von 1,2 % zugetraut. Belastend bleiben indes Zölle sowie die globale Unsicherheit, kompensiert durch höhere öffentliche Ausgaben, die Konsum und Investitionen insbesondere 2026/27 stützen sollen. Die Kommission liegt damit über der Prognose der Wirtschaftsweisen des Sachverständigenrate, die in der Vorwoche in ihrem Gutachten für 2026 nur 0,9 % erwarteten und kritisieren, das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität werde nicht ausreichend wachstumsfördernd eingesetzt.

Gold bleibt gefragt


Der von Donald Trump während seiner ersten Präsidentschaft ins Amt gehievte Fed-Governor Christopher Waller hat dafür plädiert, daß die US-Notenbank auf ihrer Gremiensitzung im Dezember eine Leitzinssenkung beschließen soll. Der Governor spricht sich zwar seit geraumer Zeit für Leitzinssenkungen aus und gilt als heißer Kandidat für die Nachfolge des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Dies schmälert jedoch nicht die Schlagkraft seiner Argumente. Nach Wahrnehmung des Notenbankers befand sich der US-Arbeitsmarkt noch vor vier Wochen in einem Modus von "Keine Einstellungen, keine Kündigungen". Nun seien jedoch in Gesprächen mit US-Unternehmern vermehrt Entlassungspläne zu vernehmen. Diese Wahrnehmung deckt sich nach unserer Einschätzung mit den jüngsten Erhebungen des Outplacement-Beraters Challenger, Gray & Christmas sowie des Personaldienstleisters ADP. Governor Waller widerspricht auch der von anderen US-Notenbankern vorgebrachten Behauptung, daß die Federal Reserve angesichts mangelnder Konjunkturdaten infolge des "Government Shutdowns" in einem Art Nebel agieren müsse und es daher ratsam sei, den geldpolitischen Kurs nicht zu ändern. Es gebe eine Reihe von privat erhobenen Konjunkturdaten, wie zum Beispiel den eben erwähnten ADP-Arbeitsmarktbericht. Und diese Daten zeigten laut Waller, daß der US-Arbeitsmarkt stagniere. Derweil läge die US-Inflationsrate ohne die Erhöhungen der US-Einfuhrzölle nahe dem Fed-Zielwert von 2 %. Es ist ungewiß, ob diese Ausführungen von Governor Waller die Mehrheitsmeinung im Offenmarktausschuß der Federal Reserve wiedergeben. So sprach sich der stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank, Philip Jefferson, dafür aus, daß die Fed langsam im Zinssenkungsprozeß voranschreiten solle. Tiefer gehende Einblicke in die Diskussion innerhalb der US-Notenbank könnte das heute abend zur Veröffentlichung anstehende Protokoll der Ausschußsitzung vom 28./29. Oktober liefern. Die US-Behörde für Arbeitsmarktstatistik gab zudem bekannt, daß ihr Arbeitsmarktbericht für September nun am Donnerstag veröffentlicht werden wird. Wir gehen weiterhin davon aus, daß die US-Notenbank auf ihrer Sitzung im Dezember eine Senkung ihres Zielbandes für den Tagesgeldsatzes um 25 BP auf 3,50 % bis 3,75 % beschließen wird. Abnehmende Spekulationen auf eine Leitzinssenkung im Dezember wurden - neben der Nervosität angesichts der hohen Bewertung der KI-Aktien - indes als Grund für den gestrigen Rückgang des Aktienindex Standard & Poor's 500 genannt. Damit gab das Aktienbarometer den vierten Tag in Folge nach.


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