Powell hält stand


Fed lässt Leitzinsen unverändert


Die US-Notenbank widersetzte sich gestern erneut dem Drängen des Präsidenten Trump auf Zinssenkungen und beließ die Spanne für ihren Tagesgeldsatz bei 4,00-4,50 %. Sie verwies auf die solide Verfassung der US-Konjunktur und wünscht mehr Klarheit über die Wirkung der Zölle auf die Inflation. Allerdings gab es erstmals seit über 30 Jahren zwei Gegenstimmen im Gremium. Diese könnten allerdings auch als Bewerbungen um die Nachfolge von Fed-Präsident Powell aufgefasst werden. Auf die abschließende Frage in der Pressekonferenz, ob er nach dem Ende seiner Zeit an der Spitze noch im Gremium verbleibe (seine Mitgliedschaft läuft noch bis 2028), sagte er, hierzu gebe es nichts Neues.

KI-Boom treibt Technologiekonzerne


Auf die Zinsentscheidung reagierte die Wall Street recht ungerührt, der S&P 500 gab leicht nach. Im Mittelpunkt stand die Berichtssaison, allerdings kamen die wichtigsten Zahlen erst nach der Schlussglocke. Sowohl Meta Platforms als auch Microsoft profitierten massiv vom KI-Boom. Beide Aktien legten im nachbörslichen Handel kräftig zu. Microsoft profitierte dabei insbesondere vom Geschäft mit Cloud Computing. Die US-Automobilhersteller leiden hingegen massiv unter den Zöllen auf importierte Teile und Metalle. Nach General Motors und Stellantis strich gestern auch Ford seine Prognose zusammen. Das Problem hatte sich gestern auch in Deutschland gezeigt: Volkswagen, Porsche und Mercedes-Benz meldeten Gewinneinbrüche. Bei Porsche war dies aber erwartet worden, die Aktie legte zu, während Mercedes-Benz 3,4 % verlor. Tagesverlierer im DAX war allerdings Adidas. Der Ausblick enttäuschte die Anleger, der Kurs fiel um über 11 %. Insgesamt legte der DAX dennoch leicht zu, um 0,2 % auf 24.262 Punkte.

US-Wirtschaft wieder gewachsen


Die US-Volkswirtschaft hielt sich trotz Zoll-Chaos im zweiten Quartal recht stabil. Nach den gestern vorgelegten Zahlen legte das BIP aufs Jahr hochgerechnet 3,0 % zu. Allerdings verzerren hierbei wie schon in der Vorperiode die Auswirkungen der Zölle die Gesamtrechnung. Verringerte Einfuhren erzeugten einen kräftigen Exportüberschuss, während die zuvor aufgebauten Lagerbestände nun geräumt wurden. Bedenklich ist zu werten, dass private Investitionen keinen Wachstumsbeitrag mehr brachten.

Rezession im Rückspiegel


Gestern früh hatte Destatis neue Zahlen zum deutschen BIP veröffentlicht. Dieses sank im zweiten Quartal um 0,1 %. Das Wachstum im Auftaktquartal wurde von +0,4 % auf +0,3 % korrigiert. Auch weiter zurückliegende Werte wurden teils erheblich revidiert - überwiegend abwärts. Bemerkenswert ist, dass Deutschlands Wirtschaft im Rückspiegel sowohl 2023 als auch 2024 recht klar in der Rezession steckte. Insgesamt tritt die deutsche Wirtschaft aber auch jetzt weiter auf der Stelle. Angesichts der zusätzlichen Belastung durch die hohen US-Zölle werden wir uns in Deutschland anstrengen müssen, um wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu gelangen. Heute ist die volkswirtschaftliche Agenda weniger prominent gefüllt. Im Zentrum steht die US-Inflationsrate für den privaten Verbrauch, die wir unverändert bei 2,7 % erwarten. Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins wie erwartet bei 0,5 %. Zahlen kommen unter anderem von BMW, Heidelberg Materials, Ferrari, Lufthansa, Sanofi und Schneider Electric.


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