Deal mit den USA könnte wieder platzen


Faktenblätter widersprechen sich


Die von den USA und der EU vorgelegten Faktenblätter zum verabredeten Deal widersprechen sich in zentralen Punkten: Die US-Seite behauptet, dass die EU ihre Lebensmittelstandards bei Schweinefleisch und Milchprodukten anpassen werde. Laut EU wurden hier jedoch keine Zugeständnisse gemacht. Gemäß den USA beabsichtige die EU digitale Handelsschranken zu beseitigen. Gemäß der EU wurde darüber nicht gesprochen. Die von der EU zugesagten Energiekäufe sind zudem substanzlos, weil am Markt die Unternehmen und nicht die EU als Käufer auftreten, und diese zudem nicht gezwungen werden können, mit wem sie Handel treiben. Gemäß der EU soll es schließlich Zollkontingente für Stahl- und Aluminium geben. Die USA will hiervon jedoch nichts wissen. Ob der Deal nach dem Handschlag vom Sonntag tatsächlich unterschrieben wird steht daher in den Sternen.

Trump entscheidet über 90 plus


Die Gespräche im Zollstreit der USA und China über weitere 90 Tage Zeit für Verhandlungen verlief ergebnislos. Nun wird Donald Trump hierüber entscheiden.

Enorme Prognoseunsicherheit


Die für heute terminierten Vorabschätzungen zum BIP-Wachstum im zweiten Quartal 2025 versprechen große Spannung. Im Zoll-Tohuwabohu der vergangenen Monate erodierte die Prognosesicherheit nämlich markant. Die pessimistischsten und die optimistischsten Prognosen weichen weit voneinander ab. Für das heimische BIP variieren die Schätzungen von -0,4 % bis +0,2 %. Im Konsens wird dabei ein Minus von 0,1 % QoQ erwartet. Für den gesamten Euroraum ist die Spanne leicht nach oben verschoben und reicht von -0,3 % bis +0,3 %. Im Konsens rechnen die Auguren hier mit einer Stagnation. Aber nicht nur diesseits, sondern auch jenseits des Atlantiks stehen heute BIP-Zahlen auf der Agenda. Diese sind in ihrer absoluten Höhe jedoch nicht mit den hiesigen Werten vergleichbar. Da in den USA annualisierte Zahlen veröffentlicht werden, fallen diese bei vergleichbarem Wachstum im Grunde genommen viermal so hoch aus wie hierzulande. Dies führt dazu, dass die prognostizierte Spanne für die USA noch breiter ist. Diese reicht nämlich von +0,8 % bis +3,8 % annualisiert. Im Konsens liegt die Erwartung bei +2,4 % annualisiert.

Fed dürfte Pöpeleien standhalten


Im Rahmen der Fed-Sitzung vom Juni wurde eine mögliche Wiederaufnahme von Zinssenkungen diskutiert. Direktoriumsmitglied Christopher Waller - welcher als möglicher Powell-Nachfolger gehandelt wird - warb aufgrund der bislang gemäßigten Inflation für eine Zinssenkung schon zum jetzigen Juli-Termin. Die Mehrheit der US-Währungshüter votierte jedoch für eine abwartende Haltung, weil sich die konjunkturellen Auswirkungen von Trumps Zollorgie bis dato noch kaum abschät-zenlassen. Da sich hieran nichts geändert hat, gehen wir davon aus, dass Powell & Co. die Füße erneut stillhalten werden und den US-Leitzins nicht antasten. Damit würde die Fed einmal mehr ein Zeichen gegenüber den Pöbeleien und Tiraden von US-Präsident Trump setzen, dass die Zinsen gefälligst gesenkt werden müssen. Und somit die Unabhängigkeit der Fed unterstreichen.


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