Nach EU-Deal folgen USA-China Gespräche


Handelsdeals mit Konfliktpotential


Wenige Tage vor Ablauf der Deadline am 1. August einigten sich gestern die USA und die Europäische Union auf ein neues Handelsabkommen. Im Zentrum steht ein Zollsatz von 15 % auf den Großteil der EU-Exporte in die USA. Ausnahmen für bestimmte Produktkategorien, Investitionszusagen der EU sowie das Versprechen höherer Einfuhren Europas von US-Energie und Rüstungsgütern runden die Vereinbarung ab. Zugleich kündigte der US-Präsident einen Zollsatz von 15-20 % für all jene Staaten an, mit denen bis zur Deadline kein Abkommen zustande kommt. Ob die Handelsunsicherheiten damit tatsächlich ein Ende finden, ist alles andere als sicher. Denn alle bisher abgeschlossenen Handelsdeals der USA weisen eine problematische Gemeinsamkeit auf. Der vereinbarte Inhalt ist in wichtigen Passagen oftmals wenig konkret, wird von den Vertragsparteien unterschiedlich interpretiert, oder enthält Verweise auf vage gehaltene Bedingungen, die zur Umsetzung einiger Bestimmungen erfüllt werden müssen. Über jene in der Vereinbarung mit der EU haben wir hier berichtet: Zoll-Deal mit den USA. Im Fall Japans gibt es etwa offene Differenzen u.a. zur Form der 550 Mrd. USD schweren Investitionszusagen sowie zur Gewinnverteilung daraus. Und mit Blick auf den Vietnam-Deal wurden bisher sogar nur von US-Seite Informationen zur Übereinkunft herausgegeben. Die Entscheidungsträger in Hanoi geben sich unterdessen zugeknöpft. Vielleicht sind die kaum definierten Paragraphen aber am Ende auch nicht so bedeutend, wenn es Trump in erster Linie um Schutzzölle für den heimischen Markt und freien Marktzugang für US-Firmen im Ausland geht. Innenpolitisch hat der US-Präsident ohnehin mit weiteren Baustellen zu kämpfen. Und bei vielen US-Handelspartnern dürfte derzeit die Devise gelten: Jeder Deal (wenn auch nur vorläufig) ist besser als kein Deal.

Treffen zwischen USA und China als positives Signal


Auf China dürfte diese Devise hingegen weniger zutreffen. In Peking will man sich zu keiner vorschnellen Einigung drängen lassen, die zum Auslöser neuer Konflikte werden könnte. Die Führung zielt - soweit mit Trump möglich - auf eine dauerhafte Lösung der Streitfragen ab. Ein Durchbruch ist zwar diesmal nicht zu erwarten, aber im Hintergrund dürften durchaus heikle Fragen, wie Chinas Industriepolitik oder die Ölimporte aus Russland, besprochen werden.

Heute stehen Verbraucher im Blick


Die europäischen Börsen beendeten gestern nach anfänglichen Gewinnen den Handelstag im Minus. Der EUR/USD-Kurs gab im Tagesverlauf ebenfalls deutlich nach und steht nun bei rund 1,16. Neben der starken Aktienperformance der letzten Wochen dürften auch die gemischten Reaktionen aus Europas Hauptstädten auf den Handelsdeal Gewinnmitnahmen verursacht haben. Schließlich bleibt auch abzuwarten, wie stark die europäische Konjunktur am Ende darunter leiden wird. Für die EZB werden aber auch die heute veröffentlichten Inflationserwartungen der Verbraucher ausschlaggebend dafür sein, ob man bis Ende des Jahres eine weitere Zinssenkung für notwendig erachtet. Daten gibt es unterdessen auch in den USA, und zwar zum Konsumentenvertrauen. Wir gehen angesichts der (noch) robusten Konjunktur von einer Verbesserung der Stimmung im Juli aus. Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage wird es zudem wohl auch von der Fed nach der morgigen Sitzung geben.


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