US-Staatsfinanzen verunsichern die Märkte


Sorgen um US-Haushalt und geopolitische Risiken belasten die Märkte


Die Wall Street blickt besorgt nach Washington, wo das Gerangel um den Staatshaushalt und die geplanten Steuersenkungen für Unruhe sorgen. Aktien, Anleihen und der Dollar gerieten unter Druck. Zweifel nehmen zu, ob die USA ihr hohes Staatsdefizit in den Griff bekommen können. Der S&P 500 gab nach einer über Wochen stabilen Erholungsphase den zweiten Tag in Folge nach. Zudem trübte ein Bericht über mögliche Vorbereitungen Israels für einen Angriff auf den Iran die Risikobereitschaft der Anleger, was den Ölpreis steigen ließ. Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterten erneut auf über 5 %. Der US-Dollar verlor gegenüber den meisten wichtigen Währungen an Wert. Der Goldpreis stieg wieder in Richtung seines Hochs und der Bitcoin-Preis markierte einen neuen Rekordwert. Die Sorgen über die steigende US-Staatsverschuldung und die Haushaltsdefizite wurden durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Moody's unter das Top-Triple-A-Niveau am vergangenen Freitag verstärkt. Die Botschaft vieler Beobachter lautet: Wenn Amerika seine Finanzen nicht in Ordnung bringt, werden die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen. Dies macht es dann noch schwieriger, das Defizit zu reduzieren und erhöht zudem die Kosten für Kredite sowohl für Haushalte als auch für Unternehmen. Der ehemalige US-Finanzminister Steven Mnuchin äußerte sich alarmiert über das wachsende Haushaltsdefizit des Landes und forderte Washington auf, die fiskalische Konsolidierung zu priorisieren. "Ich bin sehr besorgt", sagte er während einer Podiumsdiskussion beim Qatar Economic Forum am Mittwoch.

Inflationsanstieg in Großbritannien


Die Inflationsrate ist in Großbritannien im April stärker als erwartet auf 3,5 % gestiegen und erreichte damit ein 15-Monatshoch. Der starke Preisanstieg ist auf eine ganze Reihe von Sonderfaktoren zurückzuführen, nämlich die Lage der Osterferien, die neue Kfz-Steuer und eine Erhöhung administrierter Preise (Gas, Strom, Wasser). Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausschließt, erreichte 3,8 %. Die Inflation im Dienstleistungssektor stieg sogar auf 5,4 %, was über den Erwartungen der Bank of England (BoE) lag. Diese Entwicklung veranlasste Marktteilnehmer, ihre Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinssenkungen zu reduzieren. Derzeit wird nur noch eine weitere Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt bis Jahresende erwartet. Das Pfund reagierte positiv und stieg gegenüber einem breiten Strauß an Währungen auf den höchsten Stand seit Februar 2022. Die aktuellen Inflationszahlen machen eine Zinssenkung im Juni unserer Meinung nach sehr unwahrscheinlich. Die BOE hatte bereits bei ihrem letzten Treffen einen vorsichtigeren Ton angeschlagen, als zwei Mitglieder für eine Pause bei den Zinssenkungen stimmten. Eine Mehrheit unterstützte jedoch eine Senkung auf 4,25 %. Wir sehen den Anstieg der Inflation als Herausforderung für die BoE, erwarten jedoch, dass die zugrunde liegende Dynamik der Preise in den kommenden Monaten wieder nachlassen wird, was den Weg für weitere Zinssenkungen ebnen könnte. Für das restliche Jahr rechnet wir noch mit zwei Leitzinssenkungen der BoE.

Ifo-Index und Einkaufsmanagerindizes heute auf der Agenda


Die asiatischen Aktienmärkte öffneten nach den schwachen Vorgaben aus den USA mit einem Minus in den Tag. Heute stehen sowohl die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum als auch das ifo-Geschäftsklima für Deutschland auf dem ökonomischen Datenkalender. Beide Indikatoren besitzen angesichts der handelspolitischen Entspannungssignale der vergangenen Wochen etwas Potenzial für einen Anstieg.


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