EZB lockert Geldpolitik erneut


Schwaches BIP im Euroraum


Einen regelrechten Platzregen volkswirtschaftlicher Daten gab es am gestrigen Donnerstag. Das deutsche BIP sank im Schlussquartal um 0,2 % und damit etwas stärker als gedacht. Auch in Frankreich und Italien lagen die Zahlen unter Erwartungen. In beiden Ländern ging das BIP um 0,1 % zurück. Im Euroraum insgesamt stagnierte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2024. Im Gesamtjahr 2024 legte das BIP im Euroraum damit um 0,7 % zu. Immerhin haben sich die Aussichten verbessert. Das Economic Sentiment für den Euroraum legte im Januar um deutliche 1,5 Indexpunkte auf 95,2 zu. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in Frankreich mit +3,3 Punkten auf 96,2.

EZB-Einlagesatz auf 2,75 % gesenkt


Der EZB-Rat hat unterdessen die Leitzinsen im Euroraum erwartungsgemäß weiter gesenkt. Der maßgebliche Einlagesatz wurde um 25 Basispunkte von 3,00 % auf 2,75 % zurückgenommen. Zur Begründung für die Zinssenkung verwies die EZB auf den „gut voranschreiten Disinflationsprozess“. Weitere Zinssenkungen sind wahrscheinlich. Diskussionen über ein Ende der Zinssenkungen nannte EZB-Präsidentin Christine Lagarde „verfrüht“.

US-Konjunktur bleibt robust


Auch den USA kamen schwergewichtige Daten. Die US-Wirtschaftsleistung fiel im vierten Quartal 2024 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,3 % gegenüber dem Vorquartal zwar etwas niedriger aus als allgemein erwartet. Die unterliegende Konjunkturdynamik scheint damit aber weiterhin sehr robust zu sein. Im Gesamtjahr 2024 ist das US-BIP um 2,8 % angestiegen. Wenn man bedenkt, dass das Gros der Prognostiker, uns eingeschlossen, noch vor einem Jahr eine Rezession vorausgesagt hat, erstaunt die Resilienz der US-Wirtschaft. Unsere US-Wachstumsprognose für das laufende Jahr beträgt 2,0 %. Angesichts des Schwungs, welche die US-Wirtschaft in das laufende Jahr mitgenommen hat, überwiegen bei unserer Prognose die Aufwärtschancen deutlich gegenüber den Abwärtsrisiken

Preisdaten zum Monatsschluss


Zum Monatsschluss werden Inflationszahlen aus Deutschland für den Januar vorgelegt. Wir gehen davon aus, dass die Inflation (nationaler CPI) in Deutschland von 2,6 % auf 2,8 % angezogen ist. U.a. dürfte die Preisanhebung für das Deutschland-Ticket Spuren hinterlassen haben, aber auch Preise für Versicherungsdienstleistungen sind dem Vernehmen nach deutlich gestiegen. In den USA dürften die Dezember-Daten zum persönlichen Verbrauch die Märkte am stärksten interessieren. Für die PCE-Kernrate rechnen wir mit einem Anstieg um 2,8 % zum Vorjahresmonat, was dem Wert vom November entspräche. Außerdem melden sich erfahrungsgemäß in den Tagen unmittelbar nach einer EZB-Entscheidung viele Ratsmitglieder in den Medien zu Wort, um einen Ausblick auf das weitere Vorgehen zu geben.


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