Spannung dies- und jenseits des Atlantiks


Weg der EZB scheint vorgezeichnet


Während die erste Wochenhälfte nur wenig Spannung zu bieten hatte, werden die anstehenden Tage umso interessanter, insbesondere mit Blick auf die Notenbanken. Die Richtung scheint klar – zumindest für die EZB. Nicht nur ist die Inflationsentwicklung im Euroraum weiter rückläufig (mit einer Abschwächung des HVPI im März von zuvor 2,6% auf 2,4% Y/Y), sondern auch die gestern veröffentlichten Daten zur Kreditvergabe der Eurobanken zeigten einen markanten Rückgang der Kreditnachfrage im ersten Quartal 2024. Neben strikteren Vergaberichtlinien und höheren Zinsen waren laut EZB auch das niedrigere Verbrauchervertrauen sowie die Zurückhaltung beim Investitionsverhalten der Unternehmen ausschlaggebend für den negativen Nachfragesaldo von -28 %. Das abgelaufene Quartal ist bei der Kreditnachfrage damit das viertschlechteste der letzten 12 Jahre. Auch die Lohnentwicklung im Euroraum dürfte ihr Peak bereits überschritten haben. Angesichts dieser Entwicklungen wird die EZB am morgigen Donnerstag zwar keine Zinssenkung vornehmen, aber wohl das Signal aussenden, dass beim nächsten Termin im Juni die Zinswende bevorstehen dürfte.

Fed übt sich in Balanceakt


In den USA bleibt das makroökonomische Umfeld indes weiter stabil. Der Arbeitsmarkt zeigte sich im März mit einem Jobaufbau von über 300.000 Stellen stark und auch die heute anstehenden Inflationsdaten für den vergangenen Monat dürften darauf deuten, dass der Abwärtstrend in der Preisentwicklung vorerst gestoppt ist. Mit einem erwarteten Anstieg von 3,4 % auf Jahresbasis wäre dies leicht höher als zuletzt mit 3,2 % im Februar. All dies dürfte den Job der Fed um einiges schwieriger gestalten. Zuletzt warnten einzelne Zentralbanker, dass baldige Zinssenkungen keine ausgemachte Sache seien. Und auch die heutige Veröffentlichung des Notenbankprotokolls der Märzsitzung könnte hier etwas mehr Aufschluss geben. Klar erscheint jedoch, dass die EZB noch vor der Fed den ersten Zinsschritt wagen wird. Dies wäre fundamental gerechtfertigt und seitens der EZB auch gut argumentierbar. Ein dauerhaftes Auseinanderlaufen der Zinsen wäre jedoch nicht im Sinne der hiesigen Währungshüter und würde auch zu deutlichem Abwärtsdruck beim Euro-Dollar-Wechselkurs führen.

Märkte im Bann der Daten


Die Märkte schlossen gestern angesichts der anstehenden Makrodaten indes uneinheitlich. Während sowohl der DAX als auch der Euro Stoxx 50 den Tag mit über 1% im Minus beendeten, konnten sich die US-Börsen in den letzten Handelsminuten noch stabilisieren, wobei der S&P 500 die 5.200er Marke zurückerobern konnte und der Nasdaq Composite sogar ein leichtes Plus von 0,3% herausholte. Die asiatischen Börsen zeigten sich zum heutigen Handelsbeginn ebenfalls Großteils freundlich. Für zusätzliche Bewegung dürfte auch die Ende der Woche beginnende Berichtssaison sorgen. Neben der allgemein hohen Bewertung von US-Aktien ist auch auf bisherige Outperformer, wie z.B. die „magnificent seven“, kein Verlass mehr. Neben dem Autokonzern Tesla, der seit Jahresauftakt knapp 30 % seines Marktwertes verlor, hat auch Apple an Strahlkraft verloren und notiert derzeit rund 9% niedriger als noch zum Jahreswechsel. „Fahren auf Sicht“ scheint daher im Moment die beste Devise zu sein.


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