Wie das Kaninchen auf die Schlange


Vorösterliche Ruhe am Aktienmarkt


Vorigen Donnerstag hatte der DAX ein neues Allzeithoch bei 17.879 Punkten erreicht. Seitdem ist dem Aktienmarkt die Luft ausgegangen. Dies gilt auch für die Wall Street, wo nach dem Ende der Berichtssaison die Impulse fehlen. Auch bei den haussierenden Chip- und KI-Aktien waren zuletzt Gewinnmitnahmen angesagt. Derweil legt der Bitcoin weiter zu und erreichte mit 72.900 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Ebenfalls fest tendierte in den vergangenen Tagen der japanische Yen. Gegenüber dem US-Dollar legte die japanische Währung den vierten Tag in Folge zu, nachdem die Q4-BIP-Daten nach oben revidiert wurden. In der ersten Schätzung schrumpfte das BIP um 0,4 % (annualisiert) im vierten Quartal. Den gestern veröffentlichten revidierten Daten zufolge legte Japans Wirtschaft aber um 0,4 % zu. Damit hat das Reich der aufgehenden Sonne eine technische Rezession vermieden.

Ölproduktionsrekord in den USA


Gestern legte die EIA (US-Behörde für Energiestatistiken) ihre jährlichen Ölproduktionsdaten vor. Mit durchschnittlich 12,9 Mio. Barrel pro Tag (mbpd) sind die Vereinigten Staaten nun das sechste Jahr in Folge der größte Ölförderer weltweit. Im Dezember wurde auf Monatsbasis ein neuer Rekordwert von 13,3 mbpd erreicht. Dieser Trend ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil US-Präsident Joe Biden eigentlich Erneuerbare Energien fördern möchte. Doch das aktuelle Ölpreisniveau ist für die heimischen „Fracker“ nach wie vor attraktiv.

US-Inflationsdaten im Fokus


Inflationsdaten sind derzeit besonders marktbewegend. Wie das Kaninchen auf die Schlange schauen die Marktteilnehmer deshalb auf die heute Nachmittag (13:30 Uhr) avisierten Daten zu den US-Verbraucherpreisen im Februar. Die Headline-Inflation dürfte nach unserer Prognose knapp oberhalb der Marke von 3 % (Jahresveränderung) stagniert haben, wobei steigende Benzinpreise wohl ein fortgesetztes Abflauen des Teuerungsdrucks verhindert haben. Im Fokus steht einmal mehr die Kerninflation. Nachdem deren Monatsveränderungsrate im Januar bei 0,4 % und damit über dem Durchschnitt der vorangegangenen Monate lag, stellt sich nun die Frage, ob dieser Wert einen Ausreißer nach oben darstellt. Falls ja, dann dürfte die Jahresveränderungsrate dank negativer Basiseffekte jenen Rückgang „nachholen“, der im Vormonat zum Entsetzen der Marktteilnehmer ausgeblieben war. Bestätigt sich hingegen im Februar das erhöhte Tempo beim Preisauftrieb, dann wäre dies u.E. aus Sicht der US-Währungshüter ein deutliches Alarmsignal. In diesem Fall müsste man sich wohl darauf einstellen, dass Fed-Chef Powell im Rahmen des anstehenden Zinsentscheids am 20. März merklich „falkenhafter“ klingt als jüngst vor dem US-Kongress. Zudem würde eine Aufwärtsverschiebung der Leitzinsprojektionen („Dot Plot“) wahrscheinlicher. Im Angesicht eines solchen Impulses würden die jüngsten Kursaufschläge am US-Treasurymarkt vermutlich relativ schnell Makulatur. Auch die Aktienmärkte dürften dies wohl kaum länger ignorieren.


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