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Aktien beenden die Woche schwach


So ist das manchmal an den Finanzmärkten: Erst wundert man sich, dass die Kurse so hoch sind, und wenn sie dann fallen, wundert man sich: warum eigentlich gerade jetzt? Noch Ende Juli war der Euro Stoxx 50 aus seinem mehrmonatigen Seitwärtsband nach oben ausgebrochen und hatte seinen höchsten Stand seit dem Jahr 2007 markiert. Am Freitag beendete der europäische Leitindex die Handelswoche auf seinem tiefsten Stand seit Ende März. Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte der S&P 500 am Freitag seine anfänglichen Verluste fast vollständig wieder aufholen. Auslöser für die Marktschwäche waren offenbar schlechte Nachrichten aus China sowie Angst vor höheren Zinsen in den USA. Am Freitag sanken allerdings die Zinssätze am Kapitalmarkt.

Chinas Wachstum schwächelt


Die in der vergangenen Woche um sich greifenden Sorgen der Marktteilnehmer hinsichtlich des chinesischen Wachstumsmodells dürften nicht so bald verschwinden –insbesondere mit Blick auf den Immobiliensektor. Wir zählen mit unseren Prognosen zum chinesischen Wirtschaftswachstum seit geraumer Zeit zu den Pessimisten. Der Bausektor hatte in der Vergangenheit einen beträchtlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum geliefert. Die Möglichkeiten der Regierung, den Immobiliensektor zur Konjunkturstabilisierung zu nutzen, kommen angesichts der Überschuldung der Immobilien-Entwickler nun an ihre Grenzen. In der Krise befinden sich vor allem besagte Entwickler sowie die sogenannten „Schattenbanken“. Ein Domino-Effekt, der zu einem Crash der Immobilienpreise führen würde, droht aus unserer Sicht aber nicht. Die chinesischen Haushalte nutzen Immobilien vor allem zur Vermögensanlage. Kredite machen beim Immobilienerwerb im Vergleich zum Eigenkapital nur einen geringen Anteil aus. Entsprechend kommen die Haushalte nicht so schnell unter Verkaufsdruck, falls sich der Markt einmal schwächer entwickelt. Heute früh senkte China wichtige Bankenzinsen, allerdings etwas weniger stark als von Analysten erwartet. Der 1-Jahres-Zins wurde von 3,55 % auf 3,45 % gesenkt, der 5-Jahres-Zins bei 4,20 % unverändert belassen.

Den Freitagnachmittag fest im Blick


Auch wenn sich viele vielleicht zum Wochenstart bereits das nächste Wochenende herbeisehnen – an den Finanzmärkten steht der kommende Freitagnachmittag aus anderen Gründen bereits jetzt im Fokus: Am Freitag beginnt in Jackson Hole das traditionsreiche jährliche Notenbanksymposium. Gegen 16 Uhr wird die Rede von Fed-Chef Jerome Powell erwartet und sicherlich von den Marktteilnehmern akribisch auf Hinweise zum weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank abgeklopft. Später am Abend wird auch EZB-Chefin Christine Lagarde ans Mikrofon treten. Bis dahin hält die neue Woche wenig hochkarätige Konjunkturdaten bereit. Vor allem die konjunkturellen Frühindikatoren in Gestalt vorläufiger Daten zu den Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch) sowie des ifo Geschäftsklimaindex (Freitag) dürften noch Aufmerksamkeit genießen. Für heute stehen lediglich die deutschen Erzeugerpreise vom Juli auf der Agenda.


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Herausgeber


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