LBBW Morgeninfo: Oktober startet im Zeichen hoher Volatilität


Kräftige Gewinne am Aktienmarkt
Der gestrige Handelstag war geprägt von Kursgewinnen am Rentenmarkt und vor allem am Aktienmarkt. Der DAX legte über 3 % zu, was nicht alle Tage gelingt (zuletzt Anfang September, der sich dann allerdings als schwacher Börsenmonat entpuppte). Grund für die gestrige Zuversicht war die Erwartung auf weniger aggressive Notenbanken. Die Märkte gehen davon aus, dass die Anhebung der US-Leitzinsen in nicht allzu ferner Zeit endet, wenn die Konjunktur stark genug abkühlt und der Preisdruck nachlässt. Und was in Amerika kommt, so die Hoffnung der Anleger, strahlt früher oder später auf den Euroraum ab. Zur Stimmungsaufhellung dürfte beigetragen haben, dass die britische Regierung ihre Pläne kassiert hat, Steuersenkungen durch höhere Schulden zu finanzieren. Die Pläne hatten in der Vorwoche für erhebliche Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Es gab die Befürchtung, dass dies zu stark steigenden Renditen für britische Staatsanleihen führen könnte mit negativen Folgen für die Stabilität der britischen Pensionskassen.

US-Arbeitsmarkt wirft Schatten voraus
Wie tragfähig die Zuversicht der Märkte auf ein rasches Ende der Zinserhöhungen ist, dürften Ende der Woche die Daten zum US-Arbeitsmarktbericht zeigen. Einen Vorgeschmack hierauf könnte es heute mit dem ADP-Report zur Lage des privaten Sektors im September geben. Die Konsenserwartung liegt bei einem Plus von 200 Tsd. Stellen, was gegenüber August (132 Tsd.) eine deutliche Steigerung wäre. Zudem bietet heute der ISM-Report einen Einblick in die Konjunkturlage des für die USA so wichtigen Dienstleistungsgewerbes. Wir erwarten einen Anstieg von 56,9 auf 57,5. Der Konsens der befragten Ökonomen erwartet einen leichten Rückgang des ISM auf 56,5 Punkte.

Euroraum: Alles auf Energie
Im Euroraum dreht sich weiterhin alles um das Thema Energie. Die gestern gemeldeten EWU-Produzentenpreise für den Monat August sahen einen Anstieg um 5,0 % zum Vormonat bzw. 43,3 % zum Vorjahresmonat. Die Wurzel des Übels sind weiterhin die Energiepreise. Am Spotmarkt waren die Gaspreise am Vortag zwar rückläufig, aber was heißt das schon angesichts der aktuellen Volatilität? So richtig wird sich der Markt wohl erst wieder beruhigen, wenn die Versorgungssicherheit für Europa erheblich verbessert wird. Die Sabotage der beiden Nord Stream Pipelines hatte das Vertrauen diesbezüglich weiter erodieren lassen. Überhaupt dürfte Nord Stream das Zeug zu einem Klassiker der Verschwörungstheorie haben. Jetzt richtet Schweden eine Sperrzone in dem fraglichen Gebiet ein; Untersuchungen der Vorfälle wurden in Dänemark und Schweden angekündigt, aber auch in Russland. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.



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