LBBW Morgeninfo: Stresstest in stressigen Zeiten


Bundesbank und BaFin stellen Ergebnisse vor
Bundesbank und BaFin stellen heute die Ergebnisse ihres Stresstests für die rund 1300 inländischen Banken und Sparkassen vor, die nicht direkt von der EZB beaufsichtigt werden. Ursprünglich war der Test für 2021 geplant, wurde aber wegen der Corona-Krise verschoben. Die Aufseher haben im Stresstest geprüft, wie stark die harte Kernkapitalquote der Institute im Falle einer ungünstigen Entwicklung – d.h. starker Anstieg der Zinsen und Konjunktureinbruch - sinken würde. Besteht ein Institut diesen Test nicht, müssen Maßnahmen wie z.B. die Stärkung des Kernkapitals ergriffen werden. Spötter könnten einwenden, die Jahre seit Beginn der Corona-Pandemie seien ihrerseits selbst ein Stresstest in Echtzeit gewesen und die Resilienz der Institute könne man unmittelbar den Bilanzdaten entnehmen.

EZB-Phalanx geschlossen
Für Stress sorgte in gewisser Hinsicht auch EZB-Vize Luis De Guindos. Er stieß in dasselbe Horn wie tags zuvor Präsidentin Christine Lagarde und kündigte weitere Zinsanhebungen der EZB ungeachtet der sich abzeichnenden Konjunkturverlangsamung an. Dies werde an den Banken nicht spurlos vorübergehen, so de Guindos. Sein Direktoriumskollege Mario Centeno äußerte sich mit Blick auf die Notwendigkeit einer weiteren Straffung der Leitzinsen ähnlich. Die Inflation sei, so Centeno, höher und länger andauernd als noch vor einem Jahr gedacht. Angesichts dieser Einmütigkeit unter den Währungshütern nimmt es nicht Wunder, dass der aktuelle Renditetrend aufwärtsgerichtet ist. Die Bund-Rendite (10 Jahre) ist mit 2,24% inzwischen auf dem höchsten Stand seit 2011 angelangt. Und auch für Italien wird die Kreditaufnahme teurer. Einen Tag nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse legten die Spreads zu Bund auf 248 Basispunkte zu.

Lecks in Ostseepipelines entdeckt
Es klingt wie aus einem James-Bond-Film, ist aber real. Gestern wurde von dänischen Behörden für die Gaspipelines Nordstream 1 und Nordstream 2 ein starker Druckabfall gemeldet, der auf Lecks in den Pipelines im Seegebiet vor Bornholm zurückzuführen sei. An Zufall glaubt niemand. Da über die Röhren derzeit ohnehin kein Gas von Russland nach Deutschland geliefert wird, ist jedoch unklar, wer an der Beschädigung der Pipelines Interesse haben könnte. Sicher scheint nur, dass staatliche Stellen hinter dem Anschlag stecken. Der logistische Aufwand für eine derartige Aktion unter Wasser dürfte weder islamistischen Gruppierungen (die zuvor zu Anschlägen auf die Energieinfrastruktur Europas aufgerufen hatten) noch radikalen Klimaschützern zuzutrauen sein. Die Gas-Futures legten bei Bekanntwerden der Vorfälle zunächst wieder deutlich zu.



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