Hydrogen-Index: Knapper grüner Wasserstoff bremst noch!


Der Global Hydrogen Index II kam in den zurückliegenden Handelstagen etwas unter Druck. Rund fünf Prozent büßte der Index gegenüber der Vorwoche ein. Maßgeblich dafür verantwortlich waren unter anderem die deutlichen Kursverluste bei General Motors (GM) sowie Brennstoffzellenhersteller wie Ballard Power, FuelCell Energy und Plug Power. GM legte seit dem jüngsten Tief 32 Prozent zu. Vor diesem Hintergrund kommt eine Verschnaufspause nicht ganz überraschend. Bei den Brennstoffzellenproduzenten belasten weiterhin schwache Geschäftszahlen. Im dritten Quartal 2022 ist es den Unternehmen erneut nicht gelungen in die schwarzen Zahlen zu kommen. In Marktphasen wie diesen reagieren Investoren sehr zurückhaltend auf solche Botschaften. Seit Jahresbeginn summieren sich die Kursverluste auf jeweils rund 50 Prozent. Trotz der Turbulenzen in diesem Jahr notiert der Global Hydrogen Index II aktuell im Bereich des Schlussstands von 2021 und entwickelte sich somit relativ gut.

Historische Betrachtungen sind kein Indiz für künftige Entwicklungen. Dies gilt umso mehr für eine vergleichsweise junge Technologie wie der Wasserstofftechnologie. Ohne Forschung gibt es keine Entwicklung. Bestes Beispiel dafür sind die Brennstoffzellenentwickler Ballard Power, FuelCell Energy und Plug Power. Zwar konnten die Unternehmen in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Kooperationen schließen und Aufträge einfahren. Die Profitabilität läßt jedoch auf sich warten. Mittelfristig soll sich dies ändern. Einer Studie von reporterlinker zufolge sind 2022 nur rund 25.000 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb auf den Strassen. Hintergrund ist noch eine relativ kleine Modellpalette bei Pkws, Bussen und Lkws. Bis 2030 könnte sich die Zahl der Studie zufolge auf rund 724.ooo vervielfachen. GM ist einer der wenigen Autobauer, der bei alternativen Antrieben zweigleisig fährt und neben den Elektroantrieb auch auf Brennstoffzellen setzt. Dabei kooperieren die Amerikaner vor allem mit Honda. Lkw-Hersteller wie Navistar greifen inzwischen auch auf die Wasserstoff-Technologie von General Motors zurück. Bis 2026 sollen eigene mittelschwere Pick-Up Lkws mit einem Wasserstoff-Plug-In-Hybrid-Antrieb auf die Strasse kommen. Pkw-Hersteller wie BMW, Honda, Toyota und VW sowie Nutzfahrzeughersteller wie beispielsweise Daimler Truck, Hyundai und Scania sind zwar noch ein gutes Stück von Serienfertigungen in großen Stückzahlen entfernt, halten jedoch an ihrer Entwicklung fest. Im Bahnbereich sollen langfristig wasserstoffbetriebene Züge die Diesellokomotiven ablösen. Alstom hat mit Coradia iLint die ersten Züge bereits in Betrieb .

Bremsklotz der Entwicklung ist aktuell unter anderem die Versorgung mit grünem Wasserstoff. „Grüner Wasserstoff ist knapp“, sagte MAN-Vorstandschef Alexander Vlaskamp kürzlich auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Reiner Wasserstoff sollte idealerweise mit Ökostrom gewonnen werden. Der von der EU ausgearbeitete REPowerEU plan sieht vor, bis 2030 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff in der EU zu produzieren und 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff zu importieren. Nach Angaben von H2.live gibt es in Deutschland aktuell 95 Wasserstoff-Tankstellen. Laut Schätzungen des europäischen Verbandes Hydrogen Europe dürfte die Zahl der Wasserstofftankstellen bis zum Jahr 2030 auf 1.500 anwachsen.

Zinsen belasten

Bei zahlreichen Titeln belasteten zuletzt auch die steigenden Renditen am Anleihemarkt. Steigende Finanzierungskosten und ein sinkender Wert künftiger Erträge schlugen sich vor allem bei den Unternehmen nieder, die kaum Gewinne oder gar noch Verluste generieren. Dies ist bei zahlreichen Wasserstoffspezialisten der Fall. Anhaltend hohe Inflationszahlen in den USA und der Eurozone schüren Spekulationen, dass die Notenbanken weiter an der Zinsschraube drehen. Die teils gute Auftragslage in diesem Sektor rückten zuletzt in den Hintergrund. Es ist zu erwarten, dass Konjunktur- und Inflationsdaten weiterhin die Richtung an den Aktienmärkten maßgeblich bestimmen und entsprechend für Schwankungen sorgen.

Risiko streuen

Investments in einzelne Wasserstoffaktien bergen hohe Gewinnchancen, aber auch Risiken. Das Index-Zertifikat auf den Global Hydrogen II Index bietet Anlegern die Möglichkeit, breit diversifiziert in diesen wachstumsstarken Sektor zu investieren. Der Global Hydrogen II Index (Net Return) bildet die Kursentwicklung von bis zu 20 Unternehmen ab, welche in der Entwicklung und Produktion von Wasserstoff, Wasserstoffantrieben und Brennstoffzellen tätig sind. Der Index wird halbjährlich überprüft und die Zusammensetzung sowie Gewichtung angepasst. Die Nettodividenden werden jeweils reinvestiert. Ein schwacher Aktienmarkt oder ein Kursrückgang von einem oder mehreren Indexmitgliedern kann jedoch zu einem Rückgang des Indexkurses und damit zu Verlusten im entsprechenden Zertifikat führen.

Neben dem global diversifizierten Wasserstoff bietet HypoVereinsbank onemarkets ein Indexzertifikat auf den Hydrogen Select Index (Net Return) (EUR). Dieser Index umfast bis zu 25 Unternehmen außerhalb der USA, die im Bereich der Entwicklung und Produktion von (grünem) Wasserstoff, Wasserstoffantrieben, Brennstoffzellen sowie Fahrzeugbatterien tätig sind. Während der Global Hydrogen II Index bisher im laufenden Jahr nur leicht im Minus notiert, musste der Hydrogen Select Index zeitweise deutlich Federn lassen. Seit Mitte Oktober 2022 konnte sich der Aktienindex allerdings deutlich verbessern.

Chart: Global Hydrogen II Index

Widerstandsmarken: 1.710/1.730/1.850 Punkte

Unterstützungsmarken: 1.490/1.560/1.600 Punkte

Der Global Hydrogen II Index pendelt seit Jahresbeginn zwischen 1.500 und 1.970 Punkte. Nach dem Doppel-Top im August bei 1.970 Punkten drehte der Index im September nach Süden und stabilisiert sich in der ersten Oktoberhälfte bei rund 1.600 Punkten. Die jüngste Erholung brachte den Index zeitweise auf 1.850 Punkte. In den vergangenen Tagen tauchte der Global Hydrogen II jedoch wieder unter die 200-Tage-Durchschnittslinie und fängt sich nun bei 1.710 Punkten. Solange dieses Level hält, besteht die Chance auf eine Erholung bis 1.800/1.850 Punkte. Kippt der Aktienindex jedoch unter 1.710 Punkte droht eine Konsolidierung bis 1.600 Punkte.

Global Hydrogen II Index in Punkten; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 14.09.2019 (Indexstart) – 07.12.2022. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: Thomson Reuters

Investment-Zertifikate für Spekulationen auf eine Aufwärtsentwicklung des Index

Basiswert WKN Verkaufspreis in Euro Gebühr Finaler Bewertungstag weitere Information zu dem Index finden sie …
Global Hydrogen II Index HVB5H2 175,07 1,3 % p.a. Open End hier
Hydrogen Select Index HR80EJ 10,69 1,3 % p.a. Open End hier
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 08.12.2022; 11:30 Uhr

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Autor: Richard Pfadenhauer

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