Fed-Entscheid trifft auf angespanntes Marktumfeld


Eine Leitzinsanhebung der Sveriges Riksbank um einen vollen Prozentpunkt gestern Vormittag war offensichtlich der Auslöser für eine Verkaufswelle an den Rentenmärkten rund um den Globus. Im Vorfeld zahlreicher weiterer Leitzinsentscheidungen heute und morgen sahen viele Anleger die Entscheidung in Stockholm als ein Signal, die Zentralbanker würden im Zweifel für eine straffere Gangart optieren. Vor der Ankündigung der amerikanischen Fed heute Abend wird ebenfalls diskutiert, ob sie ihren Leitzins um 75 Bp oder gleich um 100 Bp anheben wird. Im Gegensatz zur Entscheidung der Riksbank scheint das Pendel bei der Fed aber in Richtung der moderateren Variante auszuschlagen. Der Zielkorridor würde damit auf 3,00-3,25% angehoben werden. Wie weit es anschließend noch nach oben geht – da gehen die Einschätzungen auseinander. Einige Stimmen erwarten den Gipfel bei 4%, andere sehen die 5% am Horizont. Jenseits des Ausmaßes der heutigen Zinsanhebung garantiert alleine schon die Meinungsvielfalt über die „Terminal Rate“ eine hochvolatile Kursreaktion an den Märkten.

Man wird in den Geschichtsbüchern wohl weit zurückblättern müssen, um auf eine vergleichbare Episode zu stoßen, in welcher eine Entscheidung der Notenbank Schwedens die Weltkapitalmärkte so stark beeinflusst hat wie gestern. Mehrheitlich hatten die Beobachter eine Zinsanhebung im Ausmaß von 75 Bp erwartet, geliefert hat die Riksbank eine Anhebung um einen vollen Prozentpunkt. Im Markt interpretierten die Anleger dies als ein Signal für die Leitzinsanhebungen der anderen Zentralbanken in dieser Woche. Heute Abend wird die Fed ihre Entscheidung bekanntgeben, morgen folgen die Notenbanken Englands, Norwegens und der Schweiz.

Im Anschluss an die Entscheidung der Riksbank setzte an den Rentenmärkten ein Ausverkauf ein, der die Renditen über alle Laufzeiten hinweg teils um mehr als 10 Bp nach oben katapultierte. Im Bundmarkt kletterte die 2J-Rendite um 10 Bp auf 1,72%, in der Spitze wurden fast 1,75% erreicht. Die 10J-Rendite stieg um 12 Bp auf 1,92%. Zwischenzeitlich wurde bei 1,95% das bisherige Jahreshoch von 1,93% übertroffen. In Großbritannien und der Schweiz stiegen die Renditen teils um bis zu 20 Bp. In den USA markierte die 2J-Rendite ein 15-Jahres-Hoch bei 3,99% und die 10J-Rendite ein 11-Jahreshoch bei 3,60%. An den Devisenmärkten steigt der USD auf ein neues 20-Jahres-Hoch, EUR-USD rutschte einmal mehr unter die Parität. Das britische Pfund wiederum markierte heute früh ein neues 37-Jahres-Tief.

Diese Auflistung zeigt, mit welch extremen Kursniveaus die Märkte auf die heutige FOMC-Entscheidung zusteuern. Und obwohl der Zinsanhebungszyklus der Fed nun schon ein halbes Jahr andauert, ist die Meinungsvielfalt über dessen künftigen Verlauf weiterhin bemerkenswert ausgeprägt. Heute wird die Fed voraussichtlich die dritte 75-Bp-Anhebung hintereinander auf dann 3,25% (oberes Ende des Zielkorridors) ankündigen. Die „Schwedische Variante“ einer Anhebung um gleich 100 Bp gilt als möglich, aber unwahrscheinlich. Kein FOMC-Vertreter hatte sich bislang in diese Richtung ausgesprochen, und wir sahen auch keine News Reports, welche in diese Richtung deuten würden. Aber wie schnell und wie weit geht es anschließend weiter? Wir gehören zu den vorsichtigen Vertretern und erwarten anschließend lediglich noch Zinsanhebungen bis auf 4,00%. Die Geldmärkte preisen eine „Terminal Rate“ von mehr als 4,50% ein, einige Beobachter antizipieren sogar Zinsanhebungen bis auf 5%. Neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der Fed, der Tonfall des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell auf der abendlichen Pressekonferenz, vor allem aber das neue „Dot Plot“ der individuellen Leitzinserwartungen der FOMC-Mitglieder werden das Bild der Anleger schärfen, aber höchstwahrscheinlich nicht auf einen Erwartungspfad komprimieren. Erhebliche Kursausschläge vor allem an den Rentenmärkten sind für heute Abend nahezu garantiert.

In der kommenden Nacht wird dann die Bank of Japan ihre geldpolitischen Beschlüsse verkünden. Und obwohl die Inflationsrate in Japan zuletzt auf (für dortige Verhältnisse) hohe 3,0% angestiegen ist, dürfte die BoJ ihren expansiven Kurs beibehalten. Heute früh lässt eine Rede von Russlands Präsident Wladimir Putin einige Anleger in Sichere Häfen fliehen. Die Entwicklungen in der Ukraine sind aktuell ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für die Märkte, die allerdings von den FOMC-Ankündigungen heute Abend deutlich überkompensiert werden dürften…

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