Gas- und Strompreise steigen weiter


Noch immer hat die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen nicht angehoben, aber der Rentenmarkt hat den antizipierten Zinsanhebungszyklus gewissermaßen bereits „einmal rauf und runter“ gespielt. Zwischen Jahresbeginn und Mitte Juni stieg die 10J Bundrendite um rund 200 Basispunkte, seither ist sie um über 60 Basispunkte wieder zurückgekommen. Was ist im Rentenmarkt zu erwarten, wenn die EZB nun tatsächlich anfängt, die Leitzinsen anzuheben? Dieser und anderen Fragen gehen wir in unserem neuen Blickpunkt Zins Videoformat auf den Grund. Im Tagesgeschäft richtet sich der Blick allerdings weniger auf die Renten- als vielmehr auf die Rohstoffmärkte.

Wenn heute jemand feststellt, „die Rohstoffpreise fallen“, dann hat er recht. Wenn jemand entgegnet, „die Energiepreise steigen aber“, dann hat auch dieser Jemand recht. Eine Reihe von Rohstoffpreisen hat sich in den vergangenen Wochen von ihren zwischenzeitlichen Höchstständen zurückgebildet. Die Börsenpreise für Eisenerz und Kupfer beispielsweise handeln heute etwa ein Viertel niedriger, die Futures-Preise für Aluminium sind sogar um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Auch für Weizen muss heute rund 35 Prozent weniger gezahlt werden als noch Mitte Mai. Zum einen ist diese Entwicklung zu begrüßen, mindert sie doch den Preisdruck auf den vorgelagerten Produktionsstufen. Gleichzeitig sind die Preisrückgänge insbesondere bei den Industriemetallen jedoch auch besorgniserregend, deuten sie doch auf eine abnehmende Nachfrage hin. Insofern gelten diese Preise häufig auch als Indikator für eine bevorstehende Konjunkturabschwächung.

Fallende Rohstoffpreise besitzen aktuell also eine gute und eine schlechte Seite. Steigende Energiepreise hingegen werden eigentlich ausschließlich negativ interpretiert. Die Benchmark-Kontrakte für Gas und Strom in Europa kletterten gestern erneut um rund 10 Prozent, und die ersten Kursindikationen heute früh deuten nicht auf eine Abnahme des Preisdrucks hin. Die Gaslieferungen aus Russland durch die Nord Stream 1 Pipeline liegen rund 60 Prozent unter Normalniveau, die Versorgung mit Flüssiggas aus den USA stockt infolge eines Brandschadens in einem Export-Terminal in Texas, und nun droht auch noch ein Streik in der Öl- und Gasindustrie Norwegens die Gaslieferungen aus dem nördlichen Nachbarland zu beeinträchtigen. Die Lieferungen durch Nord Stream 1 werden ab kommenden Montag für voraussichtlich zehn Tage komplett eingestellt, um turnusmäßige Wartungsarbeiten zu ermöglichen. In Berlin wird befürchtet, dass die Gaslieferungen nach Beendigung dieser Arbeiten durch Russland nicht mehr aufgenommen werden. Am 21. Juli entscheidet die Europäische Zentralbank über die Leitzinsen. Am 22. Juli entscheidet Russland über die Gaslieferungen – zwei Tage, welche den Ausblick für das zweite Halbjahr entscheidend prägen könnten.

Die heutige Tagesagenda ist schnell abgehakt. Weder auf dem Daten- noch auf dem Ereigniskalender sind irgendwelche Termine vorgemerkt, von denen entscheidender Einfluss auf das Geschehen an den Finanzmärkten ausgehen sollte. Die Nachrichtenlage wird dominiert von den USA, nachdem verschiedene Agenturen vermeldeten, die US-Administration würde eine teilweise Rücknahme der unter Donald Trump implementierten Beschränkungen im Außenhandel mit China anstreben. Immerhin scheinen diese Meldungen auszureichen, um an den Aktienmärkten für einen positiven Grundton zu sorgen. Die amerikanischen Aktien-Futures handeln rund ein halbes Prozent fester, und die europäischen Märkte starten den Handel mit einem Kursplus in ähnlichem Ausmaß. Am Rentenmarkt stiegen die Bundrenditen gestern kräftig an, den neunten Tag in Folge schwankte die 10J Bundrendite im Tagesverlauf um mehr als 10 Basispunkte. Heute startet der Bundmarkt mit etwas festeren Kursen. Es macht den Eindruck, als hätten sich die Anleger noch nicht entschieden, ob heute die Inflationssorgen oder die Rezessionsängste dominieren sollten. Abschließend ein Blick auf den Devisenmarkt. Hier hat EUR-USD seit Mittwoch vergangener Woche bei Kursen um 1,0440 Halt gefunden. EUR-CHF notiert derweil nahezu exakt auf dem Paritätsniveau. Der gestern früh berichtete kräftige Anstieg in der Inflationsrate in der Schweiz von 2,9% auf 3,4% reichte offensichtlich nicht aus, um dem Währungspaar einen entscheidenden Impuls nach unten zu geben…

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