Wirecard – Online-Shopping beflügelt


Sie ist einer der Börsenstars des laufenden Jahrzehnts – die Aktie von Wirecard. Seit Anfang 2010 hat sich das im TecDAX® notierte Papier ungefähr verzehnfacht und seit Jahresbeginn knapp 60 Prozent gestiegen. Der in Aschheim bei München beheimatete Konzern startete 1999 – inmitten des Internetbooms – mit der Entwicklung von elektronischen Zahlungssystemen. Inzwischen generiert das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro. Der Start ins laufende Geschäftsjahr konnte sich ebenfalls sehen lassen. So stieg der Gewinn im ersten Quartal um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein großer Teil der Analysten ist trotz des Höhenflugs mittelfristig optimistisch für das Papier gestimmt.

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Online-Shopping boomt

Rückenwind gab es in den zurückliegenden Jahren vor allem durch den Boom im Onlinehandel. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland hat sich der Onlinehandel allein in Deutschland von 2009 bis 2017 rund verdreifacht. Verbandsschätzungen zufolge könnte der Markt dieses Jahr erneut um rund zehn Prozent zulegen. Zu den Kassenschlagern zählen traditionell Bekleidung, Elektronik, Computer, Reisen und Schuhe. Haushaltswaren, Möbel und Inneneinrichtungen sowie Lebensmittel sind jedoch auf dem Vormarsch. Amazon und eBay haben Shoppen per Mausklick salonfähig gemacht. Zalando, Otto und Lieferdienste wie Lieferando haben ihre Position inzwischen auch gefunden.

Wirecard hat über 34.000 Kunden in verschiedenen Branchen und 200 internationale Zahlungsnetzwerke. 2017 wurden über die Systeme von Wirecard Transaktionen im Volumen von 91 Mrd. Euro abgewickelt. Bis 2020 soll das Transaktionsvolumen auf über 200 Milliarden Euro ansteigen. Wirecard kassiert bei jeder Nutzung ihrer Services eine Gebühr. Von 2015 bis 2017 lag die Rate bei rund 1,55 Prozent. Diese Einnahmen steuerten 2017 rund 70 Prozent zum gesamten Umsatz bei. Der Rest wurde im Bereich Abrechnungen von Kartenzahlungen, Call Center und Prepaidkarten generiert.

Wachstum ohne Grenzen

Wirecard zählt zu den größten europäischen Anbietern von Online- und Mobile-Payment-Systemen. Das Unternehmen ist jedoch keineswegs auf Europa fokussiert. So wurden 2017 rund 40 Prozent des Umsatzes außerhalb von Europa erwirtschaftet. Dieser Anteil könnte mittelfristig weiter wachsen. 2016 hat der TecDAX®-Konzern  den Kartenanbieter Citi Prepaid übernommen. In den ersten Monaten diesen Jahres schloss Wirecard Partnerschaften mit Credit Agricole und Mizuho. Gleichzeitig wurden Funktionalitäten, insbesondere im Bereich von Mobile-Payment, ausgebaut. So können Nutzer der Mobile Wallets von Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay inzwischen verschiedene Karten hinter-legen. Damit erhöhen sich die mobilen Zahlungsmöglichkeiten der Kunden – im Einzelhandel und online. Wirecard will jedoch nicht nur vom Boom beim Online-Kauf in Europa und den USA profitieren.

Nach Angaben von China Internet Network Information, gab es Anfang 2017 470 Millionen Menschen in Asien, die das Bezahlen über das Handy nutzen. In Indien und Indonesien bietet Wirecard bereits Online- und Mobile-Payment-Lösungen an. Zudem kooperiert Wirecard mit den beiden größten chinesischen Mobile-Payment-Anbietern Alipay (Alibaba) und WeChat (Tencent).

Immer wieder Störfeuer

Im Februar 2016 sorgte die Studie eines zwielichtigen Analysten für Aufregung und drückte den Aktienkurs zeitweise um ein Viertel nach unten. Anfang diesen Jahres beschuldigte die Southern Investigative Reporting Foundation (SIRF) den Zahlungsabwickler, dass es bei einer Übernahme in Indien zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei und löste damit erneut einen kräftigen Kursrutsch aus. Bisher haben sich alle Anschuldigungen als haltlos erwiesen.

Ein großer Teil der Analysten zeigte sich derweil mittelfristig dennoch optimistisch für die Aktie. Dabei verweisen sie zum einen auf die starke Marktposition, Technologieführerschaft und die Expansions-möglichkeiten. Frei von Risiken ist die Aktie dennoch nicht. Neben gezieltem Störfeuer von Investoren, die auf einen sinkenden Aktienkurs spekulieren, kann das Papier bei einem kräftigen Kursrückgang des Gesamtmarkts ebenfalls unter Druck geraten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 43,5 (Quelle: Thomson Reuters) ist die Aktie auch kein Schnäppchen.

Charttechnischer Ausblick: Wirecard

Widerstandsmarken: 156,80/196,30 EUR

Unterstützungsmarken: 132,40/145,00 EUR

Die Aktie von Wirecard bildet langfristig einen Aufwärtstrend. Nach der Rallye auf EUR 156 in der vergangenen Woche drehte das Papier etwas ab. Unterstützung findet der TecDAX-Wert im Bereich zwischen 132,40 und 140 EUR. Solange diese Zone hält besteht die Chance auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis EUR 196,30.

Wirecard in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 13.12.2017 – 18.06.2018. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

Wirecard in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

Betrachtungszeitraum: 19.06.2012 – 18.06.2018. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: Guidants.com

Investmentmöglichkeiten

Bonus-Cap-Zertifikat auf die Aktie von Wirecard für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts oder moderat aufwärts bewegt

Basiswert WKN Verkaufspreis in Euro Barriere in EUR Cap (obere Kursgrenze) in EUR
finaler Bewertungstag
Wirecard HX2DT3 168,17 115,00 190,00 21.12.2018
Wirecard HX2DT4 159,41 105,00 170,00 21.12.2018

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 18.06.2018; 11:32 Uhr

Tradingmöglichkeiten

Optionsschein auf die Aktie von Wirecard für Spekulationen, dass sich die Aktie aufwärts (Call) beziehungsweise abwärts (Put) entwickelt

Basiswert WKN Verkaufspreis in Euro Basispreis in EUR
Hebel finaler Bewertungstag
Wirecard (Call) HX220E 1,27 160,00 11,4 13.03.2019
Wirecard (Put) HX1HSY 1,10 130,00 13,3 13.03.2019

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 18.03.2018; 11:40 Uhr

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Funktionsweisen der HVB Produkte.

Der Beitrag Wirecard – Online-Shopping beflügelt erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

Autor: Richard Pfadenhauer

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