Spannend trotz fehlender Spannung


Allmachtsphantasien


Mit seinen imperialistischen Groß-Amerika-Phantasien sorgte US-Präsident Donald Trump einmal mehr für Entsetzen in aller Welt: Via Truth Social postete er eine Landkarte, in welcher nicht nur die USA, sondern auch Kanada, Grönland, Island, Mexiko, ganz Mittelamerika sowie weite Teile der Karibik in Stars & Stripes eingefärbt waren.

Iran mit aggressiverem Vorgehen


Über weite Strecken reagierte der Iran lediglich auf Angriffe der USA und übte Vergeltung. Inzwischen scheint das Mullah-Regime jedoch zu einer aktiveren Strategie übergegangen zu sein. Am vergangenen Wochenende griffen die Revolutionsgarden erstmals US-Militärschiffe an. Zudem weitete das Land die von ihm ausgesprochene Sperrzone aus. Sie gilt nun nicht mehr nur für die Straße von Hormus, sondern erstreckt sich auch auf den Persischen Golf. Zuletzt drohte der Iran zudem damit, die in den Häfen von Katar und Bahrain vor Anker liegenden Öltanker zu attackieren. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus brach daher weitgehend ein und sank auf den niedrigsten Stand seit Mai, mit negativen Konsequenzen für die Entwicklung des Rohölpreises. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent überstieg gestern erstmals nach sieben Wochen wieder die Marke von 100 US-Dollar, weshalb auch die Aktienmärkte deutlich in die Knie gingen.

Augen auf und Ohren gespitzt

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Euro-Währungshüter den Einlagensatz heute nicht von bisher 2,25 % um 25 Basispunkte auf dann 2,50 % anheben würden. Weil die Anleger am Euro-Zinsmarkt zuletzt darauf spekulierten, dass es die EZB hierbei nicht belassen wird, sondern dass demnächst ein weiterer oder sogar weitere Zinsanhebungschritte folgen könnten, wird mit besonderer Spannung erwartet, ob EZB-Chefin Christine Lagarde auf der anschließenden Pressekonferenz zusätzliches Öl ins Feuer gießen oder aber die Zinserhöhungsspekulation etwas zurückdrängen wird. Zwei Aspekte sind uns hierbei besonders wichtig: Bislang ging die EZB für 2028 von einer Inflationsrate am 2%-Zielwert aus. Falls der mittelfristige Inflationsausblick im Rahmen der neuen Stabsprojektionen nach oben korrigiert werden sollte, wäre dies als indirekter Hinweis zu deuten, dass die Währungshüter eine weitere Zinsanhebung gegen Jahresende durchaus ins Auge fassen. Falls Frau Lagarde hingegen andeuten sollte, dass es innerhalb des Rats gewisse Bedenken gegen eine Zinsanhebung gab, wäre dies im Gegenzug wohl ein valides Indiz dafür, dass die Hürden für jede weitere geldpolitische Straffung höher liegen, als dies die Marktakteure aktuell vermuten.

Anhaltende Schwäche

Die heute ebenfalls anstehenden Zahlen zu den US-weiten Verkäufen bestehender Häuser im Monat August, sind Teil eines auf mehrere Tage gestreckten Sets an Daten zur Verfassung des US-Immobilienmarkts. Dieser hatte sein Hoch bereits Anfang 2021 und darbt somit schon viele Jahre. Im Juli 2026 lag die Zahl der Baugenehmigungen um 25 % unter seinem vormaligen Hoch. Bei den Neubaubeginnen bzw. Neubauverkäufen fiel der Abschlag mit 31 % bzw. 33 % sogar noch höher aus. Die Zahl der nun zu berichtenden Verkäufe bestehender Häuser lag im Juli sogar um 39 % niedriger als noch Anfang 2021 und wird für August nun nochmals tiefer erwartet.



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