Am Golf kein schnelles Ende in Sicht


Kyjiw soll bei Drohnenabwehr helfen


Allen Erfolgsmeldungen des vom Fernsehmoderator zum Kriegsminister aufgestiegenen Pete Hegseth zum Trotz: Die Truppen der iranischen Revolution werden sich wohl so schnell nicht geschlagen geben. Er selber rechnet nun eher mit acht als mit vier Wochen Dauer. Wird es auch dann nichts, könnte es ihm so gehen wie der Heimatschutzministerin Kristi Noem, die Donald Trump gestern kurzerhand feuerte. Nach Plan läuft es nur bedingt. Einerseits wurde Irans Marine weitgehend versenkt, und jetzt werden ganze Industriegebiete in Teheran dem Erdboden gleichgemacht. Andererseits werden die USA der iranischen Drohnen nicht Herr. Gestern wurde mit Aserbaidschan ein weiteres Land getroffen, zudem eine Raffinerie in Bahrain. Die Billigflugkörper mit Hightech-Raketen abzuwehren, verschlingt Unsummen, weshalb das Pentagon anscheinend die hierin erfahrene Ukraine um Hilfe gebeten hat. Plötzlich hat Kyjiw einen Trumpf in der Hand.

US-Börsen stabiler als Europas Märkte

Gravierende Auswirkungen hat unterdessen die Schließung der Straße von Hormus. Dies treibt nicht nur die Öl- und Gaspreise, sondern auch die von Aluminium, da am Golf große Produzenten sitzen. Auch die Beeinträchtigung des Flugverkehrs wird allmählich zum Problem. Kein Wunder, dass die Börsen gestern wieder nachgaben. Der Euro Stoxx 50 verlor 1,5 %, der DAX 1,6 % zum Vortag. Wenig Gefallen fanden die schwachen Ausblicke von Deutscher Post DHL (-4,6 %) und Merck (-8,0 %). Bayer (+1,0 %) profitierte hingegen von einem weiteren Schritt zur Bereinigung der Glyphosat-Klagen. Die Wall Street konnte die anfangs deutlichen Verluste großenteils wieder aufholen, der S&P 500 schloss -0,6 % leichter, der Nasdaq-Index mit -0,3 % sogar fast unverändert. Hier halfen starke Zahlen des KI-Chipdesigners Broadcom (+4,8 %). Noch stärker profitierten die Buchungsplattformen Expedia (+13,7 %) und Booking (+8,5 %). Berichte, dass OpenAI Pläne für eine direkte Kaufabwicklung in ChatGPT zurückstellte, ließen die Aktionäre aufatmen. Auf den DAX bezogen stellt sich die Zahlensaison bislang eher schwach dar, wie unsere Auswertung der ersten 28 Berichte zeigt. Die Ergebnisse selbst brachten zumeist wenig Überraschungen, aber unter den Ausblicken überwogen die negativen Impulse mit einem Anteil von rund 40 %. Selbst einige in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnte Unternehmen wie die Deutsche Telekom und Heidelberg Materials mussten zurückrudern.

Am Sonntag wählt Baden-Württemberg


Die Woche endet mit einem Dauerbrenner, dem US-Arbeitsmarktbericht. Wir erwarten für Februar einen geringfügigen Zuwachs von 40.000 Stellen, die Arbeitslosenquote dürfte sich um 0,1 % auf 4,4 % erhöht haben. Die zeitgleich anstehenden US-Einzelhandelsumsätze dürften im Februar zum Vormonat leicht geschrumpft sein. In Europa überprüft die Ratingagentur Fitch die Bonität von Portugal und Frankreich. Insbesondere für unser Nachbarland ist dies von großer Bedeutung, da die Staatsverschuldung zunehmend mit Sorge betrachtet wird. Die schwierige politische Konstellation in Paris dürfte ins Kalkül einfließen. Am Sonntag wählt dann Baden-Württemberg einen neuen Landtag, erstmals mit Erst- und Zweitstimme. Das Rennen zwischen CDU und Grünen um die Spitzenposition scheint wieder offen, für die Wähler heißt das wohl entweder Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz, denn andere Konstellationen dürften keine Mehrheit im Landtag finden.


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