Siemens-Schock bremst den DAX


Impulsflaute an Europas Börsen


Der europäische Aktienmarkt hat am Montag schwächer geschlossen. Der DAX verlor 0,5 % auf 24.801 Punkte - Hauptbelastungsfaktor war ein deutlicher Kursrutsch bei Siemens um 6,41 %, der den Leitindex spürbar nach unten zog. Deutlich robuster zeigte sich der Euro Stoxx 50: Er gab lediglich 0,1 % auf 5.979 Zähler nach. Das Marktumfeld blieb bemerkenswert lethargisch: sehr ruhiger Handel, dünne Umsätze, kaum frische Impulse. In Asien standen die Börsen in China und Südkorea feiertagsbedingt still. An den Festlandbörsen (Shanghai/Shenzhen) wird der Handel erst am 24. Februar wieder aufgenommen, in Hongkong bleibt die Börse vom 17. bis 19. Februar geschlossen. Auch an der Wall Street ruhte der Handel am Montag wegen "Washington's Birthday". Im laufenden Handel liegt der Nikkei 225 knapp 0,96 % im Minus. Für den DAX rücken heute auf der Unterseite die Unterstützungen um 24.751 und 24.715 Punkte in den Fokus. Auf Einzeltitelebene stehen aus dem DAX vor allem Heidelberg Materials und Zalando markttechnisch im Blickfeld!

Zwischen Helau und Hangover

Der sogenannte "Karneval-Trade" ist simpel: Einstieg am Faschingsdienstag zum Eröffnungskurs, Ausstieg am Aschermittwoch zum Schlusskurs - also eine sehr kurze, kalendergetriebene Wette auf eine Stimmungsbewegung im DAX. Die Auswertung von 1987 bis 2025 zeigt jedoch: Rein statistisch ist der Vorteil dünn. Zwar stehen 20 Gewinnjahre 19 Verlustjahren gegenüber, doch die Durchschnittsrendite liegt bei -0,24 %. Das erklärt sich durch die Verteilung: Der Median ist leicht positiv, aber einzelne kräftige Verlustjahre drücken den Schnitt spürbar nach unten. Zum Vergleich: Der "normale 1-Tages-Move" vom Eröffnungskurs des Vortages zum Schlusskurs des Folgetags liegt im Mittel bei +0,03 % bei rund 53 % positiven Tagen. Unterm Strich wirkt der Karneval-Trade eher wie eine Anekdote als wie ein belastbares Handelssignal.

ZEW Index im Fokus


Um 8:00 Uhr veröffentlicht Destatis die endgültigen Verbraucherpreisdaten (CPI) für Januar. Im Mittelpunkt steht, ob die finalen Zahlen für Deutschland die vorläufige Schätzung bestätigen: Zuletzt wurde für Januar eine Inflationsrate von +2,1 % zum Vorjahr gemeldet, bei +0,1 % zum Vormonat. Der Blick der Märkte richtet sich um 11:00 Uhr auf den ZEW-Index. Für den Monat Februar erwarten wir einen Anstieg auf 65 Punkte. Im Vormonat lag der ZEW-Erwartungsindex bei 59,6 Punkten, nachdem er im Monatsvergleich deutlich zugelegt hatte. Gleichzeitig blieb die Lagekomponente mit 72,7 Punkten tief im negativen Bereich. Ein klassisches Bild: bessere Erwartungen, aber weiterhin schwache Gegenwart. Ein Wert von 65 im Gesamtindex würde die Lesart stützen, dass sich die Zuversicht festigt - getragen von nachlassendem Inflationsdruck, der Hoffnung auf planbarere Zinsen und einer stabileren Konjunkturwahrnehmung.


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