EZB im Wartemodus


EZB ohne Handlungsdruck


Nachdem die Notenbank in Großbritannien die Leitzinsen gestern unverändert bei 3,75 % belassen hatte, startete auch die EZB das neue Jahr mit einer weiteren Zinspause. In der Eurozone gab es zuletzt positive Wirtschaftsentwicklungen, und angesichts der weiter sinkenden Inflationsgefahr im Januar bestand für die EZB kein Handlungsbedarf. Die Teuerungsrate rutschte im Januar mit 1,7 % sogar unter das 2%-Ziel der EZB. Daher hat die EZB die Leitzinsen unverändert belassen. Der Einlagesatz blieb unverändert bei 2 %. Die EZB dürfte nun zunächst abwarten, wie der Führungswechsel bei der US-Notenbank von Jerome Powell zu Kevin Warsh vollzogen wird. Sollten keine erheblichen äußeren Störungen auftreten – immerhin hat die EZB bereits betont, bei ungeordneten Marktbewegungen einzugreifen –, könnte sich für EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ihr Direktorium ein vergleichsweise ruhiges Jahr abzeichnen. Europas Anleger hielten sich bereits im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung mit Engagements zurück und richteten stattdessen ihren Fokus auf die Ausblicke und Kommentare von Ratschefin Christine Lagarde. Der Mangel an Hinweisen zum weiteren geldpolitischen Fahrplan verunsicherte jedoch die Investoren. DAX und Euro Stoxx 50 traten bis zum Nachmittag auf der Stelle und gingen letztendlich mit einem Minus von jeweils 0,5 % und 0,75 % aus dem Handel.

Ausverkauf bei Bitcoin

Die allgemeine Risikoaversion an den Finanzmärkten, die Kursrücksetzer bei Technologieaktien und Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben den Kursverfall der ältesten Kryptowährung, Bitcoin, weiter verstärkt. Gestern rutschte der Kurs unter 70.000 USD und notiert heute Morgen, nach einem temporären Einbruch auf 60.000 USD, bei rund 65.000 USD. Damit lösten sich sämtliche Gewinne seit dem Wahlsieg Trumps – einem Befürworter von Kryptowährungen – in Luft auf. Für markttechnische Analysen zu Bitcoin und Ethereum empfehlen wir die Publikation Krypto Markttechnik Weekly im LBBW Markets Portal (siehe Ausgabe vom 2.2.2026).

Auftragsboom zum Jahresende


Nach einer langen Krise in der deutschen Industrie zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab. Die deutsche Industrie verzeichnete im Dezember das größte Auftragsplus seit Dezember 2023. Das Neugeschäft legte den vierten Monat in Folge – auch dank staatlicher Investitionen – um 7,8 % zum Vormonat zu, wie Destatis gestern mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat steht beim Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe sogar ein Plus von 13 % auf dem Tableau– die höchste Jahreswachstumsrate seit Juli 2021. Zwar gab der Sonderfaktor Großaufträge den Ausschlag für den gewaltigen Anstieg. Aber auch der um Großaufträge bereinigte Auftragseingang legte erneut zu. In Summe sieht diese Entwicklung stark nach einer Trendwende aus. Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund zur Zuversicht. Zumindest die Prognose, dass das deutsche BIP im laufenden Jahr um rund 1 % zulegen wird, erscheint durchaus realistisch.

Arbeitsmarktdaten für nächste Woche


Aufgrund des teilweisen Regierungsstillstands in den USA wird das Bureau of Labor Statistics (BLS) den für heute geplanten Arbeitsmarktbericht für Januar nicht veröffentlichen. Das BLS, Teil des Arbeitsministeriums, war nur bis zum 30. Januar finanziert. Auch andere Berichte, wie die Erhebung über offene Stellen und die Arbeitskräftefluktuation im Dezember sowie die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitsdaten in Metropolregionen, werden verschoben. Aktuell ist die Veröffentlichung für den 11. Februar vorgesehen. Im Konsens erwarteten Analysten für Januar einen Stellenzuwachs von 70.000, nach 50.000 im Dezember. Die Arbeitslosenquote dürfte nach der Reuters-Konsenschätzung unverändert bei 4,4 % gelegen haben. Abgesehen davon veröffentlicht die University of Michigan zum Wochenschluss ihre Februarauswertung zum US-Verbrauchervertrauen.


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Herausgeber


Landesbank Baden-Württemberg
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