LBBW Kapitalmärkte Daily: Osteuropa im Krieg


Heute: Jahrestag des Überfalls


Heute jährt sich Putins Befehl zum Überall auf die Ukraine zum ersten Mal. Die Opferzahlen seither auf ukrainischer Seite gehen in die Zehntausende: tot, verwundet, verschleppt. Es heißt, knapp 20 Mio. Menschen seien aus der Ukraine geflohen, 7. Mio. Menschen zu Binnenflüchtlingen geworden. Eine internationale Phalanx der Solidarität hat sich zugunsten Kyjiws gebildet. In der vergangenen Nacht haben in der UN-Vollversammlung 141 Länder einen vollständigen Rückzug Russlands verlangt. Sieben Länder stimmten dagegen, 32 haben sich enthalten. Die Ukraine erhält Unterstützung aus aller Welt: militärische Ausrüstung und Munition genauso wie zivile Hilfsgüter. Das Land benötigt pro Monat mind. 5 Mrd. US-Dollar. In der vergangenen Nacht haben die Finanzminister der G20-Länder ein weiteres Kreditpaket des Internationalen Währungsfonds über rund 15 Mrd. US-Dollar gutgeheißen. Die Vereinigten Staaten planen, in einer nächsten Tranche ca. 10 Mrd. US-Dollar zur Verfügung zu stellen.

Der Krieg dauert bereits neun Jahre


Der Krieg in Osteuropa begann 2014 mit der Krim-Annexion durch Russland und mit dem Krieg um Luhansk und Donezk. Wladimir Putin hat in diesen Jahren, ganz besonders seit dem 24.2.2022, sein Land mit Kriegsverbrechen, Bruch des Völkerrechts und dem Versuch eines Genozids ins Abseits gestellt. Russland ist heute von der Weltwirtschaft zu großen Teilen abgehängt. Energieexporte nach Mittel- und Westeuropa: versiegt, vor allem beim Gas. Der direkte Zugang zu High-Tech-Gütern der neuesten Generation: versperrt. Per 10.2. d. J. summiert sich die schiere Anzahl aktiver Sanktionen gegenüber Russland gemäß OpenSanctions-Datenbank auf 14.000: russische Unternehmen, Institutionen, Einzelpersonen. Aktuell will Bundeswirtschaftsminister Habeck Sanktionen besser durchsetzen. Länder wie die Türkei, Indien oder China stehen im Verdacht, bestehende Regelungen mittels Import und Re-Export zu umgehen. Dies soll durch sogenannte „Endverbleibserklärungen“ bekämpft werden. 2022 wickelte Deutschland gerade einmal noch ein Prozent seines Außenhandels mit Russland ab, Tendenz stark fallend. Zum Vergleich: 2013 waren es gut und gerne vier Prozent. Russlands Volkswirtschaft ist 2022 um 2,1% geschrumpft. Für die Zeit seit 2014 ergibt sich ein Wachstum pro Jahr von im Mittel gerade einmal 0,6%.

Leid, menschlich und ökonomisch


In Scharen kehren internationale Unternehmen Russland den Rücken. Junge, gut ausgebildete Menschen tun es ihnen gleich. Von 300 Tsd. IT-Fachkräften ist die Rede. Rund 700 Tsd. Menschen vertrieb die Mobilisierung. 300 Tsd. Menschen wurden eingezogen. In Russland etablierte sich in diesem Zusammenhang der Begriff „Mogilisazia“: eine Verbindung aus den Worten für „Mobilisierung“ und „Grab“. Nach ukrainischen Angaben sind auf dem Boden der Ukraine in den vergangenen zwölf Monaten 145 Tsd. russische Militärangehörige gestorben. Die russische Landeswährung kratzt an der Marke von 80 RUB je Euro. So schwach wie derzeit notierte der Rubel zuletzt vor zehn Monaten. Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent liegt bei nur 82 USD: schlechte Aussichten für Russland. Wladimir Putin hat diese Woche, in seiner sogenannten „Rede zur Lage der Nation“, von Projekten zur „Entwicklung“ des Landes getönt. Wirtschaftliche „Entwicklung“ ist keine Kategorie, in der Putin denkt. Die Ukraine muss den Krieg gewinnen!



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