LBBW Morgeninfo: Briten vor den Toren Canossas


Rechnung ohne die Märkte gemacht


Das hatte sich Großbritanniens höchst motivierte Regierungschefin Liz Truss sicher anders vorgestellt: In der Krise die Wirtschaft ankurbeln. Breite Steuersenkungen. Staatsausgaben hochfahren. Die hohen Energiepreise endlich dämpfen, das ging in Deutschland schließlich auch und hat niemanden an den Finanzmärkten gejuckt. 116 Mrd. Euro sollte das Truss’sche Programm auf zwei Jahre kosten. Zu viel für die internationalen Bond-Investoren, die britische Gilts in hohem Bogen aus den Portfolien warfen. Die Renditedifferenz zwischen zweijährigen Bunds und zweijährigen Gilts weitete sich kurzzeitig auf fast 300 bp aus. Das Pfund markierte gegenüber dem Greenback ein Allzeittief. Bei 6,3% Leistungsbilanzdefizit und 108% prognostizierter Staatsverschuldung für 2024 kündigten die Märkte der Regierung Truss das Vertrauen auf. Nun die Rolle rückwärts: Finanzminister Kwarteng als Bauernopfer entlassen. Der neu Schatzmeister Jeremy Hunt dreht alles zurück. Steuersatz bleibt bei 20%. Energieentlastungsprogramm soll 32 Mrd. Euro weniger kosten pro Jahr. Die Märkte empfingen gestern die erschöpften Briten vor den Toren Canossas und reichten 1,4% Pfund-Aufwertung zum Dollar und einige Kauf-Orders für Gilts. Auf dem Rückweg ins geliebte Vereinigte Königreich murmelten die gedemütigten Angelsachsen irgendetwas, was wie Misstrauensvotum klang. Und die Moral von der Geschicht: Vertrauen haste oder nicht!
 

Banken ziehen Börsen nach oben


Die Amerikaner können Erwartungsmanagement: Bank of America profitierte in Q2 vom höheren Zinsumfeld. Die Renditen für neue Kredite bescherten der zweitgrößten US-Bank ein Ergebnis über den Erwartungen. Die Aktie legte um 6,1% zu. Die Titel der Konkurrenz, namentlich JP, Morgan Stanley, Citigroup und Wells Fargo gewannen bis zu 4,2%. Wir werten dies als kleinere Gegenbewegung in einem schwierigen Umfeld für Banken. Bei trüben Konjunkturaussichten müssen Banken mehr Mittel zur Deckung von Kreditausfällen bereitstellen. Die Aktienbörsen goutierten den Backflip in London sowie die Rückspiegel Gewinne der US-Banken mit Kauflaune. Der S&P 500 legte um 2,6% zu, der Nasdaq Composite gewann 3,4%.

 

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Herausgeber


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