LBBW Morgeninfo: Konjunkturerwartungen am Boden


ZEW-Konjunkturerwartungen sinken
Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sanken in der August-Umfrage unter Finanzmarktexperten leicht um 1,5 Punkte auf -55,3 Punkte. Damit wurde das langjährige Tief aus der Eurokrise vom November 2011 (-55,2) leicht unterschritten. Im Vormonat Juli hatte es hier bereits einen starken Rückgang um 15,8 Punkte gegeben und einen Rutsch unter den Tiefpunkt der Corona-Krise (-49,5 im März 2020). Schlechter als jetzt waren die Erwartungen zuletzt in der Finanzkrise 2008. Zum Vergleich: Bei der letzten Umfrage vor der Ukraine-Invasion im Februar 2022 lagen die ZEW-Konjunkturerwartungen mit +54,3 Punkten noch im deutlich positiven Bereich. Die hohe Inflation und künftige Kostensteigerungen für Heizung und Strom belasten insbesondere die Aussichten für konsumnahe Wirtschaftsbereiche. Bei der ZEW-Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland gab es im August ebenfalls einen leichten Rückgang um 1,8 Punkte auf nun -47,6 Punkte. Direkt nach der Veröffentlichung des ZEW-Index beendete der DAX gestern zunächst seinen Anlauf auf die Marke von 14.000 Punkten und sank unter die zwischenzeitlich überschrittenen 13.900 Punkte. Zum Schluss blieb mit 13.910 noch ein Tagesplus, unterstützt durch einen höher als erwarteten Anstieg der Industrieproduktion in den USA (+0,6% im Juli nach aufwärts revidiertem 0,0%-Stillstand im Juni).

Q2-Berichte besser als erwartet
Der Großteil der Unternehmen hat die Zahlen für das zweite Quartal inzwischen vorgelegt und dabei überraschend gut abgeschnitten. Beim Stoxx Europe 600 stiegen die aggregierten Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal um 5% und die Gewinne sogar um 9%. Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit vorhandenen Analystenschätzungen erzielte hierbei eine positive Überraschung beim Gewinn. Allerdings trifft dies nicht auf alle Unternehmen zu, denn mehr als ein Drittel musste eine negative Gewinnüberraschung verbuchen.

Heute US-Daten im Fokus
Heute werden die US-Einzelhandelsumsätze für den Juli bekanntgegeben, bei denen eine leichte Steigerung gegenüber dem Vormonat erwartet wird. Außerdem veröffentlicht die US-Notenbank am späten Abend ihr Protokoll zum Zinsentscheid vom 27. Juli, als die Leitzinsen um 75 Basispunkte angehoben wurden. Vor dieser Veröffentlichung könnten die Märkte heute nach dem positiven Start in Asien eine abwartende Haltung einlegen.

 


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