LBBW Morgeninfo: Inflation im Euroraum jetzt über 9%


Rekord-Inflation in der Währungsunion
Die Inflation im Euroraum hat im August wieder ein neues Rekordhoch erklommen. Nach vorläufigen Berechnungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag der Preisauftrieb im Berichtsmonat bei 9,1 % (Juli: 8,9 %). Energiepreise legten im August mit 38,3% und unverarbeitete Nahrungsmittel mit 10,9% zwar jeweils etwas weniger kräftig als im Vormonat zu. Aber die sonstigen Preise unter Ausschluss der Energie- und Nahrungsmittelpreise stiegen im Euroraum um 5,5 % nach 5,1% im Juli. Unter den Staaten der EWU, die bislang Daten gemeldet haben, weist Estland mit 25,2% die höchste Inflationsrate auf. In Frankreich war der Anstieg der Lebenshaltungskosten mit 6,5% noch am geringsten. Beobachter hoben hervor, dass mit dem Wegfall des Entlastungspakets in Deutschland ab September (Tankrabatt, 9-Euro-Ticket) ein weiterer Anstieg der Inflation unausweichlich sei, zweistellige Inflationsraten für Deutschland (HVPI-Inflation im August: 8,8%) sind gut möglich. Am Rentenmarkt zog die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen vor diesem Hintergrund weiter an. Bundesbank-Präsident Nagel warnte davor, Zinserhöhungen aus Angst vor einer Rezession aufzuschieben.

USA: ADP-Report schwächer als erwartet
In den USA warf der Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag veröffentlicht wird, seine Schatten voraus. Vor dem Hintergrund möglicher Rezessionsängste könnte ein guter Arbeitsmarktbericht am Freitag die Finanzmärkte stark bewegen. Am gestrigen Mittwoch wurde schon einmal der ADP-Report zum privaten Arbeitsmarkt veröffentlicht. Dort blieb jedoch der Stellenaufbau mit 132 Tausend statt der von Analysten prognostizierten 288 Tausend deutlich hinter den Erwartungen zurück.

US-Daten im Fokus
Heute stehen eindeutig die US-Zahlen im Vordergrund. Vermutlich hat der Einkaufsmanagerindex für die Industrie (Manufacturing) das größte Potential, Marktbewegungen anzustoßen. Wir erwarten einen Rückgang um einen Indexpunkt auf 51,8. Angesichts der Inflationsdebatte auch in den USA dürfte überdies dem Prices Paid Index des Berichts (zuletzt 60,0) ein besonderes Augenmerk zuteil werden. Ähnliches gilt für die Daten zu den Lohnstückkosten in den USA für das zweite Quartal. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um eine Revision der bisher gemeldeten +10,8%. Nur für den Fall einer deutlichen Korrektur des bisherigen Ergebnisses dürfte der Markt diese Zahlen mit größeren Kursbewegungen quittieren.

 


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