LBBW Morgeninfo: EZB vor erneuter Zinserhöhung


Aktienmärkte berappeln sich
Der Start in den europäischen Handelstag war gestern von Zinserhöhungsängsten und enttäuschenden Außenhandelsdaten aus China geprägt. Neben der nachlassenden Auslandsnachfrage wurden Beeinträchtigungen der Produktion durch erneute Corona-Lockdowns und Hitzewellen als Begründung genannt. Nach einem Start im roten Bereich konnte sich der deutsche Aktienindex DAX aber wieder berappeln und beendete den Handel im Plus. Die US-amerikanischen Börsen schlossen deutlich im grünen Bereich. Auch wenn die Verunsicherung um den künftigen Kurs der Fed groß bleibt, nutzten die Anleger die Gelegenheit für den Wiedereinstieg.

Preisdeckel für russische Energie?
Als ein Grund für die positivere Stimmung an den Aktienmärkten wurde gestern der sinkende Rohölpreis genannt. Die Notierungen gaben deutlich nach, da die schwachen China-Daten Sorgen um eine nachlassende Nachfrage nach dem Schwarzen Gold schürten und zudem der starke US-Dollar belastete. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent sank auf 88 US-Dollar je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2022. Im Tagesverlauf erholten sich die Notierungen für Rohöl nur kurzzeitig dank Russlands Präsident Wladimir Putin. Er drohte mit einem Lieferstopp, falls Preisdeckel für russische Öl- und Gasexporte eingeführt werden sollten. Dies wiederum hinderte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nicht daran, kurz darauf einen solchen Preisdeckel vorzuschlagen. Am Freitag werden die EU-Energieminister in einer Dringlichkeitssitzung über Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise beraten. Einigkeit innerhalb der EU-Länder über die Einführung des vorgeschlagenen Preisdeckels ist dabei aber keineswegs garantiert. Tschechien, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, forderte bereits die Streichung dieses Tagesordnungspunktes für Freitag.

Was macht die EZB?
Das Highlight des Tages ist heute zweifelsohne die EZB-Entscheidung am Nachmittag. Wir gehen davon aus, dass die EZB eine historisch beispiellose Zinserhöhung um 75 Basispunkte beschließen wird. Zudem könnte eine abermalige deutliche Anhebung der Stabsprojektionen für die Inflation den Weg für weitere Zinserhöhungen um 50 oder 75 Basispunkte ebnen. Es lohnt sich heute aber auch ein Blick über den Atlantik: Die anstehende Rede des Fed- Chefs Jerome Powell könnte Hinweise auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank geben.



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