MÄRKTE AM MORGEN | Risikofaktor Donald Trump


Mit der 11.000er-Marke eroberte der DAX am Montag zwar eine psychologisch wichtige Schwelle zurück. Fundamental bleibt das Umfeld aber schwierig, Chancen und Risiken liegen eng zusammen. Eine Durchbruch im Brexit-Chaos sowie bei den anstehenden Gesprächen im Handelsstreit zwischen China und den USA ist zwar möglich, zeichnet sich aber noch nicht ab. Gerade in Deutschland wird der Handelskonflikt besonders eng verfolgt.

Neuen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge übertrafen die Ausfuhren in die USA die Importe im Vorjahr um rund 49 Mrd. Euro. Mit keinem anderen Land der Welt erzielt Deutschland ein so großes Plus. US-Präsident Donald Trump hat das hohe Defizit immer wieder deutlich kritisiert und drohte mehrfach mit Sonderzöllen auf deutsche Autos. Die Sorgen einiger Marktteilnehmer sind klar: Sollte ein Deal mit Peking gelingen, könnte er seinen Fokus auf Deutschland richten. In den nächsten Tagen wird ein Bericht des US-Handelsministeriums erwartet aus dem hervorgehen wird, ob EU-Autoimporte eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.

Ist der Haushaltsstreit beendet?

Von den US-Börsen kommen heute auf den ersten Blick kaum inspirierende Vorgaben. Der Dow Jones pendelte lustlos seitwärts und schloss 0,2 Prozent tiefer, der Technologie-Index Nasdaq 100 beendete den Tag unverändert. Erst nach Börsenschluss kam Bewegung in die Kurse: Die Futures auf die großen US-Indizes liegen aktuell rund 0,6 Prozent höher. In Tokio sprang der Nikkei um 2,6 Prozent an. Allerdings war die Börse gestern wegen eines Feiertags geschlossen, heute kam es zu Nachholeffekten. Auch der DAX wird freundlich erwartet, Banken und Broker sehen den Index 0,6 Prozent höher bei 11.100 Punkten.

Wenige Tage vor Ablauf der Frist im US-Haushaltsstreit haben Demokraten und Republikaner offenbar eine vorläufige Einigung erzielt. Allerdings ist fraglich, ob US-Präsident Trump das Etatgesetzt auch unterschreiben wird. Für Barrieren an der Grenze zu Mexiko sind 1,4 Mrd. Dollar vorgesehen und damit deutlich weniger als von ihm gefordert.

Die Berichtssaison geht heute mit den Zahlen von ThyssenKrupp weiter. Aufgrund der schwächeren Nachfrage in der Automobilindustrie und Produktionsunterbrechungen meldete der Konzern einen Ergebnisrückgang. An der Prognose für das Gesamtjahr hielt das Management fest.

Dollar-Stärke stimmt vorsichtig

Neben den politischen Belastungsfaktoren bremsen weiterhin Befürchtungen vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung. Deutlich zeigt sich dies an der seit Tagen anhaltenden Dollar-Stärke, der Greenback ist als sicherer Hafen gesucht. Mit Kursen unter 1,13 Dollar markierte der Euro ein Jahrestief und steht an einer technisch wichtigen Marke. Auch die Ölpreise leiden unter der Dollar-Aufwertung sowie neuen Sorgen vor einer schwächeren Nachfrage.

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