MÄRKTE AM MORGEN | Anleihemarkt sendet neue Impulse


Spätestens wenn die Fed auf ihrer nächsten Sitzung am 26. September wie erwartet die Zinsen anhebt, droht eine neue Abwertungsrunde bei den angeschlagenen Währungen. Selbst die kräftige Zinserhöhung der türkischen Notenbank verfehlt bisher ihre Wirkung, die Landeswährung Lira bleibt angeschlagen. Jedes Land mit makroökonomischen Ungleichgewichten wird von den Märkten ins Visier genommen. Schon jetzt liegt der MSCI Emerging Marktes-Index rund 20 Prozent unter dem im Januar erreichten Hoch. Verschärft sich die Lage in den Schwellenländern, dürfte dies vor allem Indizes wie den DAX belasten, der zahlreiche, stark auf den Export ausgerichtete Unternehmen enthält.

Bankenwerte ziehen an

Zunächst aber rücken vor allem die Handelssorgen in den Hintergrund, die Risikobereitschaft hat zuletzt wieder zugenommen. Inzwischen liegen der Dow Jones sowie der marktbreite S&P 500 wieder im Bereich ihrer Rekordmarken. Zur Wochenmitte legten vor allem die Standardwerte zu, der Dow Jones kletterte um 0,6 Prozent. Hingegen schwächeln die Technologieaktien, der Nasdaq 100 erholte sich erst im späten Handelsverlauf von seinen deutlichen Auftaktverlusten. So büßten die Papiere von Amazon um 0,8 Prozent ein. Wegen des Umgangs mit Daten in Bezug auf Drittanbieter hat die EU-Kommission den Konzern ins Visier genommen. Gewinnmitnahmen verzeichneten auch die Titel von Microsoft, obwohl der Softwarehersteller eine Erhöhung der Quartalsdividende um 9,5 Prozent ankündigte.

Gefragt waren vor allem Bankenwerte, Goldman Sachs und JP Morgan rückten dank steigender Zinsen um knapp drei Prozent vor. Am Anleihemarkt kam es hingegen zu Verlusten: Die richtungsweisende Zehnjahresrendite kletterte auf 3,08 Prozent und steht damit wieder dicht unter dem Jahreshoch vom Mai bei 3,11 Prozent.

Nikkei bleibt gefragt

Nach den kräftigen Gewinnen in den vergangenen Tagen zeigen sich die asiatischen Märkte durchwachsen. Unverändert gut läuft die Börse in Japan, wo der Nikkei den fünften Tag in Serie Aufschläge verzeichnete und seit Wochenbeginn bereits um 2,6 Prozent zulegte. Wegen den steigenden Zinsen waren vor allem Versicherer gefragt. Der DAX wird im frühen Geschäft hingegen unverändert bei 12.210 Punkten taxiert.

An den Devisenmärkten pendelt das Euro-Dollar-Paar seitwärts und steht bei 1,168 Dollar. Mehr Schwung zeigt das britische Pfund, hier stehen die Brexit-Verhandlungen im Fokus. Öl legt im Vorfeld der OPEC-Sitzung zu, während Gold die Marke von 1200 Dollar behauptet.

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