MÄRKTE AM MORGEN | Zinsangst sorgt für erneuten Ausverkauf bei S&P500 und DAX


Nach einem Kursrutsch von 3,8 Prozent hat der S&P500 den Donnerstag am Tagestief abgeschlossen. Das Minus gegenüber dem Rekordhoch vom 26. Januar beläuft sich damit auf mehr als zehn Prozent, weshalb der Index offiziell in einer Korrektur ist. Nachdem die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen anfänglich bis auf 2,88 Prozent gestiegen waren, begann der Aktienmarkt den Rückwärtsgang einzulegen. Weil die Volatilität am Anleihenmarkt ebenso gestiegen war wie die des S&P500 gemessen am VIX, haben laut Experten einmal mehr unter anderem sogenannte Risk Parity-Fonds, eine Art Mischfonds, Aktien und Anleihen verkauft, woraufhin sich die Verluste beim S&P500 stark ausgeweitet haben. Da half es auch nichts, dass die Zinsen zum Ende des Börsenhandels auf 2,83 Prozent gesunken sind. Eine der ganz wenigen erfreulichen Ausnahmen war die Twitter-Aktie, die nach den Ergebnissen nach oben geschossen ist. Umso mehr könnten Investoren in den nächsten Tagen auf die Zinsen schauen. Viele Anleger haben Sorge, dass die US-Inflationsraten in den nächsten Monaten steigen könnten, woraufhin die US-Notenbank die Zinsen möglicherweise stärker anheben könnte als bislang angekündigt. Etliche Analysten befürchten, dass ein möglicher Anstieg der Zinsen für zehnjährige US-Anleihen über die Marke von 3,0 Prozent den Aktienmarkt noch stärker unter Druck bringen könnte.

Britische Notenbank warnt vor Zinserhöhungen

Zu kräftigen Kursausschlägen ist es auch am Währungsmarkt gekommen. Nach ihrer Sitzung hat die englische Notenbank gesagt, dass sie wegen der hohen Inflation die Zinsen möglicherweise früher und stärker anheben könnte als bislang signalisiert. Daraufhin ist der Dollar nicht nur gegenüber dem Pfund, sondern auch gegenüber dem Yen gesunken. Damit hat sich der Greenback dem Tief vom September bei 107,8 Yen je Dollar genähert. Gerade bei diesem Währungspaar könnte es spannend bleiben.

Nvidia legt Zahlen vor

Mit Begeisterung reagieren Investoren auf die Ergebnisse von Nvidia. Der Hersteller von Grafikkarten hat mit den Zahlen für das abgelaufene Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen, wobei der Umsatz um 34 Prozent auf 2,91 Mrd. Dollar gestiegen ist. Zudem liegt der Ausblick deutlich über den bisherigen Schätzungen der Finanzprofis. Der DAX liegt vorbörslich bei rund 12.200 Punkten. In einem Umfeld, in dem sich Investoren Sorge machen, deutliche US-Zinserhöhungen könnten die Wirtschaft abwürgen, fällt der Preis für die Ölsorte Brent auf 64,30 Dollar je Barrel. Der Goldpreis hat kaum vom Ausverkauf an den Börsen und dem sinkenden Dollar profitiert und notiert bei 1.318 Dollar je Unze. Um 16 Uhr kommen aus den USA die Daten zu den Großhandelsumsätzen und -vorräten. Wegen der Zinsangst könnten sich Investoren die Zahlen, die sonst nur wenig beachtet werden, diesmal näher anschauen.

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