MÄRKTE AM MORGEN | US-Aktien: Rally auf dem Prüfstand


Für viele Investoren verlief das Börsenjahr 2017 nahezu perfekt: Die US-Börsen verbesserten kontinuierlich ihre Bestmarke, wie an der Schnur gezogen legten die Kurse ohne Rücksetzer zu. Erstmals in der Geschichte des S&P 500 kam es im Jahresverlauf nicht zu einer Korrektur von mehr als drei Prozent. Trotz dieser beeindruckenden Serie erwartet der Markt vorerst keine größeren Rückschläge.

Sportliche Bewertung

Selbst vor der nun anstehenden Berichtssaison scheinen Investoren nicht nervös zu werden, obwohl das Bewertungsniveau durchaus kritisch zu sehen ist. Der S&P 500 wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für die kommenden zwölf Monate von 18,4 gehandelt. Hingegen liegt der langfristige Schnitt nur bei ungefähr 14. Sollten die Ergebnisse also enttäuschen oder die Ausblicke nicht überzeugen, könnten die Kurse spürbar unter Druck geraten.

Anders als in der jüngeren Vergangenheit sind die Erwartungen zuletzt kaum gesunken. Ende September rechnete der Markt mit einem Gewinnwachstum der Konzerne im vierten Quartal von 11,3 Prozent, die aktuelle Messlatte liegt bei 10,5 Prozent. Verglichen mit dem Plus von knapp sieben Prozent in den Sommermonaten soll die Dynamik also wieder zunehmen. In eine ähnliche Richtung deuten auch die Prognosen für die folgenden Quartale.

Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut: Sowohl die gute Weltkonjunktur wie auch der schwächere Dollar spielten zuletzt den US-Konzernen in die Karten. So büßte der Greenback gegen den Euro um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2016 ein. Große Hoffnungen ruhen vor allem auf der Energiebranche: Aufgrund der gestiegenen Ölpreise und den massiven Kostensenkungsprogrammen erwarten Analysten ein Gewinnplus von 130 Prozent. Der Tech-Sektor soll die Gewinne ebenfalls kräftig um rund 16 Prozent gesteigert haben.

Startschuss bei den Banken

Den Auftakt machen gegen Mittag die beiden Banken JPMorgan und Wells Fargo sowie der Vermögensverwalter Blackrock. JPMorgan meldet seine Bilanz um 12.45 Uhr, Analysten rechnen mit einem Gewinn von 1,69 Dollar. Anleger schauen vor allem auf mögliche Belastungen der Bilanzen durch die US-Steuerreform. Deutsche Bank und Commerzbank rechnen ebenfalls mit negativen Effekten. Auf Interesse werden um 14.30 Uhr zudem neue Inflationsdaten aus den USA stoßen: Im Blickpunkt stehen die Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze im Dezember.

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